Archiv der Kategorie 'Travel'

08
Aug
08

Dem Mythos unter den Rock geschaut

Zweites Highlight meines Berlin-Ausflugs war die Ausstellung „BABYLON – Mythos und Wahrheit“ im Pergamonmuseum auf der Museumsinsel. Als geübte Gegen-den-Strom-Schwimmer bogen Tobias und ich natürlich nicht zuerst in die Sonderausstellung ab, sondern zuerst zu den griechischen Vasen und Büsten. Ein paar liebe Freunde meiner Denke, Epikur und Seneca, waren zu sehen, aber auch depressive Grabwächter und heroische Löwen.

Unter dem Stichwort Mythos BABYLON schwirren jedem Menschen sofort einige Bilder im Kopf herum. Für konservativ-christlich gebildete Menschen sicherlich noch intensiver. Babylon steht für Verfall, Entartung, Sünde und Zügellosigkeit – zumindest in der jüdisch-christlichen Mythologie. Deshalb war ich umso mehr begeistert, wie die Ausstellung Mythos inszeniert wurde. Von der Farbgebung der roten Wände mit schwarzen Teppich und der Komposition der Inhalte zog sich ein interessanter Faden durch die Ausstellung. Die Ausstellung beginnt mit einem Erklärungsversuch, wie die Stadt und das Volk Babylon die Geschichte so prägen konnte, fährt mit Nebukadnezar als den absoluten Tyrannen fort, schlägt die Brücke über die Sünde und natürlich die Hure Babylon, vergisst nicht den Hochmut vom Turmbau zu Babel und der daraus resultierenden Sprachverwirrung. Wer denkt, es handle sich hier um eine gewöhnliche Ausstellung, der wird überrascht sein – so wie ich es war. Das Museum formt eine gute Mischung aus Fakten und realen Dokumenten und moderner Kunst, die die verschiedenen Themen aufgreift.

Leider war nur noch wenig Zeit für die Ausstellung WAHRHEIT/TRUTH von Babylon. Das Pergamonmuseum gibt natürlich mit dem Aufbau des Ischtar-Tors einen imposanten Einblick in den damaligen Glanz der Stadt Babylon. Unzählige Keilschriften und kleine Götzen erwecken das damalige tägliche Leben zumindest in meiner Phantasie wieder. Im Kontrast zur Mythos-Ausstellung zeichnet sich hier ein doch menschliches und doch auch gewöhnliches Bild einer ganz normalen Stadt dieser Zeit ab (denke ich zumindest). Und die doch so verrufenen Babylonier waren meist einfache Kaufleute und Bauern, die für damalige Verhältnisse eine erstaunliche Hochkultur errichtet haben. Viele der babylonischen Bräuche wurden regelrechte Exportschlager, wie zum Beispiel die Benennung des Hauptgottes Marduk mit lediglich HERR, so wie die Juden und Christen dies unwesentlich später auch einführten.

Der Streifzug durch die alte Stadt hatte ein plötzliches Ende: wir schließen – begeben Sie sich bitte zum Ausgang.

08
Aug
08

Going deeper under ground

Letzen Sonntag hatte ich es endlich geschafft das Museum für Naturkunde in Berlin (@Google Maps) zu besuchen. Da es auf der Webseite heißt, dass dort in Berlin die größte Sammlung Deutschlands und eine der größten in ganz Europa zu finden sei, war ich natürlich sehr gespannt.

Direkt in der Haupthalle begrüßt einen der kolossale Brachiosaurus brancai. Bisher hatte ich nur einen Diplodocus in voller Größe gesehen, doch bei diesem Giganten fühlt man sich plötzlich sehr klein. Schade leider, dass man nur erahnen kann, wie mächtig dieses Tier wohl in voller Lebensgröße aus Fleisch und Blut gewesen war. Im Übrigen ist es sehr schön, dass der Saurier in einer korrekten Haltung dargestellt ist. Das hat sich das Museum vor einigen Monaten etwas kosten lassen, denn seit 2007 wurde das Sekelett neu aufgebaut. Das kann man auch zum Rest der Sammlung sagen. Das Museum hat sich große Mühe gegeben, auf dem neuesten Stand zu sein – soweit ich das beurteilen kann.

Neben dem Brachiosaurus sind auch zwei weitere Sauropoden ausgestellt, die zwar kleiner aber nicht weniger imposant sind. Bei den beiden „kleinen“ Sauropoden (Dicraeosaurus, Diplodocus) sind die nadelförmigen Zähne gut zu erkennen, die wohl zum Abstreifen von Nadeln der damaligen Nadelbäume gedient haben. Fazinierend auch der kleine Kentrosaurus, ein niedlicher Vertreter der Stegosaurier.

Eine kleine Sensation ist natürlich immer wieder der Archaeopterix, dessen originaler Abdruck in Berlin ausgestellt ist. Das Fossil ist so detailliert, dass man sogar als Leihe viele Details erkennen kann. Der kleien Vogel oder Dinosaurier – wie man es nimmt – erschlägt den Betrachter förmlich mit den transitionalen Merkmalen. Vielleicht wird der arme Racker deshalb immer wieder von Kreatonisten als eine „eigene“ Vogelart beschrieben. Doch wenn man selbst einmal die 50/50-Aufteilung der Dinosaurier-Merkmale und der Volgel-Merkmale gesehen hat, sollte man schon ins Zweifeln kommen.

Der nächste Raum des Museums richtet den Fokus auf die klimatischen und tektonischen Bedinungen, die auf die Natur im Laufe der Geschichte gewirkt haben. Gleich nebenan findet sich eine große Sammlung an Fossilien, die sich nach den Taxa richten. Leider waren hier einige Exponate verliehen bzw. für wissenschaftliche Zwecke entnommen. Schade! Ganz begeistert war ich dagegen über die doch detaillierte Aufbereitung der Paläobotanik. Das hat direkt mein Interesse für das Grünzeug von damals geweckt.

Der letzte Raum, den Tobias und ich besuchten, war „Evolution in Aktion“. Die Selektion als natürlicher Mechanismus wurde hier schön dargestellt. Eine Sektion widmet sich unserem Erbgut und es gibt tolle Realaufnahmen einer Zellmitose und ein kleines Gläschen mit „reiner“ DNS. Dann war der Kopf aber schon voll mit allerlei beeindruckenden Impressionen. Schön, dass ich endlich dort war!

25
Mai
08

Ausflug in die Erholung

Weg _ ToskanaUrlaub – diese Worte klingen doch wie eine ganze Symphonie. Erstaunlicher Weise soll sich das Wort von „erlauben“ ableiten (Wiki). Also kann man sagen, das wir uns einen schönen Urlaub gegönnt haben – und zwar in die Toskana. Natürlich wird uns ein rationell denkender Mensch für verrückt halten, dass wir für keine ganzen vier Tage die knapp 800 km Fahrt auf uns genommen haben, doch war es die lange Fahrt allemal wert.

Unser Ziel galt einem kleinen Apartment mitten in den Olivenhainen und Weinhängen südlich von Livorno, am Fuße der Stadt Castagneto Carducci. Durch die abgelegene Lage mittem im Hang und dennoch der Nähe zum Meer und zu den Märkten war hier die optimale Mischung für einen Urlaub gefunden. Und so fühlte ich mich schon am ersten Vormittag völlig erholt, während ich unter Olivenbäumen in einer Hängematte ein gutes Buch gelesen hatte.

Castagneto CarducciZwei Dinge beeindruckten mich außerordentlich: zum einen die sehnsuchtsschweren Sonnenuntergänge über dem Meer, die vom Apartment aus zu sehen waren, und zum anderen natürlich das Meer. Man mag es kaum glauben, doch war das Wasser um den ersten Mai schon warm genug zum Schwimmen. Und man mag es auch nicht glauben, doch der Sandstrand war aus so ungewöhnlich seidigem Sand, dass ich meien Anspruch an Sandstrände von nun an nach oben geschraubt habe.

Guter Wein und gutes Essen durfte nicht fehlen. Umso besser, dass in der Stadt Castagneto Carducci ein Wochenmarkt war, auf dem man alle Delikatessen der Umgebung kaufen konnte. In unsere Taschen wanderte bald eine Eselsalami, ein Blauschimmelkäse besonderer Klasse und natürlich Speck. In den engen Gassen dieses malerischen Städtchen gaben sich außerdem viele Vinotheken die Klinke, so dass es uns nicht schwer gefallen war, eine Auswahl vorzüglicher Weine zu besorgen.

Wie man sieht, habe ich es mir gut gehen lassen. Und ich bin froh, dass ich für diese kurze Zeit diese lange Strecke auf mich genommen habe. Ich denke, ich werde mal wieder kommen …

19
Mai
08

Training an der Salzach

SalzburgJa, ich weiß! In letzter Zeit bin ich einfach nicht zum bloggen gekommen. Das macht aber nichts. Ich werde das Stück für Stück nachholen.

Wie gesagt, ich hatte wenig Zeit. Ein Grund dafür war, dass ich sehr viel untwegs war. Einige der Stationen sind sicherlich erwähnenswert. Einer der wirklich tollen Dinge am Reisen ist das morgentliche Laufen durch die Stadt. Ich glaube, man kann eine Stadt kaum besser mit allen Facetten kennenlernen, als bei einem frühmorgentlichen Dauerlauf.

Die Tour ging dieses besagten Morgen durch Salzburg. Warum ich nur 130 Kilometer von Müchen weg übernachtet habe, ist eine andere Sache. Aber zurück zum Thema. Die erste Laufstrecke führte entlang der Salzach Richtung Altstadt. Damit die Beine-Po-Region aber ordentlich trainiert wird, durfte der Anstieg zur Burg nicht fehlen. Nach unzähligen Treppenstufen gelangte ich keuchend vor den Mauern der Burg, doch mit Verschlossenen Türen – ich fühlte mich irgendwie wie Josua vor Jericho, und ich hatte zu allem Überdruss noch mein Horn vergessen. Dennoch war der Ausblick von hier oben über das verschlafene Salzburg wunderbar. Und das frühe Aufstehen hatte sich mal wieder gelohnt.

02
Mär
08

Genuss und Sünde

Von Paris zum Paris des Ostens. Nach kaum zwei Tagen Erholung zu Hause stand Prag auf dem Prag Castle by NightReiseplan. Tagsüber habe ich Prag fast nicht zu Gesicht bekommen, da die Arbeit natürlich nicht zu kurz kommen darf, doch jeden Abend war eine kleine private Exkursion in die Innenstadt angesagt.

Den Spuren des Sozialismus kann sich Prag auch heute noch nicht erwehren. So sehr das Stadtzentrum gepflegt wird, die umliegenden Stadtteile lassen nur noch erahnen, welchen Glanz die Stadt einst hatte. Oft sieht man raffinierte Fassaden, die herunter gekommen und lieblos ungepflegt der Stadt ein trostloses Bild im späten Februar geben. Ist man aber erst im Stadtkern, verfliegt das Bild des ‘echten’ Prag und man fühlt sich sehrwohl in einer geschichtsgeschwängerten Metropole von Welt. Nicht zu vergessen sind die für Prag so bekannten Nightclubs und Striptease-Bars.

Ganz besonders beeindruckend war der Ausblick auf die Karlsbrücke, als wir ein Dinner im ‘Hergetova Cihelena‘ hatten. Die sanften Lichter der Stadt spiegelten sich wie auf einem Gemälde in das ruhig dahinfließende Wasser der Moldau. Essen kann man dort übrigens sehr gut, soweit ich das mit meinem Seeteufel sagen kann. Nur seltsam, dass es norwegisches Wasser im Prag gab. Ein dreifaches Hoch auf den Klimaschutz.

Bars und Kneipen gibt es Prag wie Sand am Meer. Ob Sportsbar, Pub und Jazz-Kneipe. Für jeden Geschmack gab es etwas, auch wenn die Grandpas in der Jazz-Kneipe nicht ganz so flott waren. Prag ist nur 3 1/2 Studnen mit dem Auto entfernt – ich werde in Zukunft also öfters hier vorbeischauen.

01
Mär
08

Montmartre, mon amour!

WikipediaEndlich mal wieder in Paris! Obwohl ich es jedes mal hasse in Charles-des-Gaulles zu landen, da dieser Flughafen der wohl verplanteste und dreckigste in ganz Europa ist, wahr ich letztendlich froh, mal wieder in Paris zu sein. Fast wäre ich nicht in die Innenstadt gekommen, doch ein spontaner Separatismus meines Kollegens und mir verdanke ich einen für Februar lauen und entspannenden Abend in der ‘Stadt der Liebe’.

Da ich ungern die Touristenzentren aufsuche, haben wir nur einen kurzen Abstecher ins Herz von Montmartre gewagt – hinauf zur Basilique du Sacre-Cœur. Zuvor wollten wir es uns aber nicht La Forumi - Parisnehmen lassen, kurz von Pigalle hinunter zur Moulin Rouge zu laufen, um uns erstens den hartnäckigen Einladungen zum Cancan zu erwehren, und auf der anderen Seite, um für schlappe acht Euro das schlechteste Baguette der Welt zu essen.

Es war schon zehn Uhr als wir oben waren, und warum auch immer gab es einen Gottesdienst in der Basilika zu bewundern. Übrigens, es ist nicht einfach, mit „Sonntagsschuhen“ leise auf Marmor zu treten. Nachdem wir uns zwischen all den Touristen auf der Treppe des Ausblick auf das nächtliche Paris gegönnt hatten, war es an der Zeit, eine hiesige Kneipe aufzusuchen. Am Fuße des Montmartre, genauer gesagt am Place du Pigalle wurden wir fündig. Ich kann nur empfehlen, mal im ‘La Fourmi‘ vorbeizusehen – keine Touristen, nur junge Leute aus Paris. So macht eine Metropole wirklich Spaß. Und der Abend ging fröhlich weiter und dann irgendwann zu Ende …

15
Dez
07

Public enemy

Dei Münchner U-Bahn-Wache - Quelle: Münchner U-BahnIch sitze gerade zufällig im ICE und musste über eine Sache nachdenken, die mich Jungspunt beschäftigt hatte. Sicherlich habt ihr schon mal die seit kurzem herumturnenden Freunde der Bahnwacht, U-Bahn-Wache oder sonstige „Söldner“ gesehen. An sich ist das ja gar nichts schlechtes, denn – wie ich in einem Gespräch einer älteren Dame in der U-Bahn entnehemen konnte – versprühen die aufwändig Uniformierten eine große Sicherheit. Das zumindest für die Angstnaturen der Bevölkerung.

Nun besitzt in einem Rechtsstaat wie Deutschland nur die liebe Polizei das Gewaltmonopol im Innland. Im Klartext heißt das, dass die Bahnwacht dich nicht festnehmen darf oder sonstige Gewalt anwenden darf, wie das die Polizei darf. Sie dürfen dich sicherlich aus dem Zug werfen, aber das darf das alte Mütterchen auch, wenn ich auf ihrem Sofa sitze und sie mich rausschmeißt, weil ich das Sofa mit Sahne verschmiert habe. Ich möchte damit nicht sagen, dass ich die Jungs von der Wache nicht bewundere. Einen einfachen Job haben Sie aber nicht, wenn ich daran denke, wenn mal wieder eine Horde Fußballfans am Bahnhof eintrudeln. Aber warum gibt man diesem Job nicht Beamten, die dann auch was dursetzen dürfen?

Warum aber trägt die Bahnwache dann Stiefel und eine schöne Militärmütze und vor allem Handschellen in ihrem Bat-Gürtel?  Hat für mich einen unangenehmen Beigeschmack! Wie wird man eigentlich Bahnwächter? Gibt es da eine Ausbildung oder Akademie?

29
Nov
07

Mini Burger

Hamburg ist eine schöne Stadt. Gerade vorgestern, denn die Sonne hat gescheint und die Menschen waren auf den Straßen. Ich hatte auch ein bisschen Zeit, Hamburger Hafen bei Nacht - Quelle: TIAN@OTF bei Flickrdenn mein Termin war erst für den nächsten Morgen einberaumt. Also nichts wie in die Innenstadt und in einem hübschen Café ein paar Emails schreiben. Das Schöne an dieser Jahreszeit ist, dass viele Hamburger in der Altstadt sind und einkaufen – besonders auf dem Weihnachtsmarkt und direkt an der Alster. Das der Geiger nur den Frühling von Vivaldis ‘Vier Jahreszeiten’ spielte, hat mich nicht sonderlich gestört, denn es war – verglichen mit bayerischen Verhältnissen - recht mild. Nun aber genug geschwärmt.

Wahrscheinlich bin ich nicht der erste, dem das auffällt, doch fast jeder Kleinwagen in Hamburg ist ein Mini. Als ONE, Cooper, Cabrio oder jetzt als Combi – alle Varianten, Formen und Farben knattern durch die engen Straßen der Hamburger Innenstadt. Nicht das es mich stören würde, aber irgendwie verliert der Mini damit an seiner Individualität.

Trotzdem – Hamburg ist eine tolle Stadt, und die Hamburger auch.

28
Nov
07

Der Klo-Kicker

Fußball Urinal - Quelle: destacleanEigentlich spricht „Mann“ ja nicht über solche Dinge. Als ich aber letztens bei meinem Bruder in Hannover zu Besuch war, haben wir uns einen netten Abend in einer Lounge-Bar am Hauptbahnhof gegönnt. Schon bald musst der Nick mal weg – Richtung restrooms. Ich war noch gar nicht ganz um die Ecke gebogen, da fiel es mir schon auf und ich dachte: „Die haben aber komische Klos!“ Aber man glaubt es kaum – dort gab es eine Art Fußball zum pinkeln. „Mann“ kann also versuchen, mit seinem *pieep* ein Tor zu schießen. Sehr lustig, sehr skuril, und die Damenwelt sollte wissen, was es so alles gibt, auf dem Männerklo. Aber eigentlich spricht “Mann“ ja nicht drüber.

07
Nov
07

Trash macht das Fahren auch nicht leichter

Stau - Quelle: www.planet-wissen.deWer soviel durch Deutschland und die Welt reist, wie ich, der sitzt umvermeidlich quälend lange Stunden im Auto – und in den endlos langen Staus. Frohgemüter nennen Staus zwar Stoßstangenkuscheln, doch ich kann dafür nichts abgewinnen – aber das nur nebenbei. Tatsächlich ist die Zeit im Fahrzeug tote Zeit und ich versuche Sie bestmöglich zu nutzen.

Natürlich hört man anfangs schöne Musik oder auch anspruchvolles Radioprogramm – am leibsten aktuelles Geschehen und Kultur. Hier möchte ich auch einen kräftigen Seitenhieb an all die Bayern 3s, SWR 3s oder Hitradios senden, die die „besten Hits der 70er und 80er“ rauf und runter spielen. Ich nehme mal an, dass die GEMA nicht so viel Gebühren für die alten Lieder verlangt. Meine Stau-Musiker sind mittlerweile Satie, Debussy aber auch Gershwin und Barber.

Schlussendlich landet jeder Reisende bei den Hörbüchern. Und man erlangt sehr schnell Ernüchterung. Gute Hörbücher sind gar nicht so leicht zu finden oder ein bisschen zu teuern. Notiz: mal nachsehen, was Audiobooks bei iTunes so kosten. Ein guter Kollege drückte mir unlängst das Hörbuch „Diabolus“ von Dan Brown in die Hand. Zögerlich aber von Langeweile getrieben nahm ich es natürlich an. Und ich bin herb enttäuscht von Dan Brown – nicht vom Leser, denn der ist gut – Detlef Bierstedt, die Stimme von Lt. William Riker.

Diabolus - Quelle: last.fm„Diabolus“ handelt von der ominösen NSA und einen geheimen Verschlüsselungscode. Wie immer versucht Dan Brown, und das war nur bei „Illuminati“ spektakulär, durch Halbwissen dem Leser das Gefühl zu geben, dabei auch noch etwas zu lernen. Interessant ist auch der Effekt der Vorahnung. Damit meine ich die geschickte Taktik Browns, kurz vor einer Enthüllung dem Leser schon einen (eindeutigen) Hinweis zu geben. Wenn dann die Dinge so eintreffen, wie Brown es suggeriert hat, füllt sich der „Feingeist“ unter den Leser natrürlich geschmeichelt.

Die Story läuft nach Iluminati-Sakrileg-Schema ab: ein höchst gebildetes Alterego von Dan Brown mit wunderschöner Verlobten macht sich auf eine Reise nach Europa und jagt Gespenster – pardon, hier ist es ein Ring. Der einzige Unterschied ist diesmal, dass sich unser Protagonist noch dümmer anstellt, als die Polizei erlaubt – zwischenzeitlich wollte ich schon ausschalten. Aber am Ende siegt doch das Gute und alle haben sich lieb. Tivial und dabei nur mäßig unterhaltsam. Originalität kann man leider nicht am laufenden Band erzielen. Aber immerhin besser als die besten Hits der 70er und 80er, obwohl …




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Die Simpsons und die Philosophie - Hrsg. Erwin, Conrad, Skoble


 

November 2009
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