Archiv der Kategorie 'Paläontologie'

11
Apr
09

Geduld ist eine Tugend, besonders in der Paläontologie. Schon im Jahr 2000  fand das Team um Philip Gingerich in Pakistan ein Fossil eines anscheinend kleinen Meeressäugers. Nach fleißigem Freilegen der Knochen wurde jedoch klar, dass sich der kleien Säuger zwischen den Rippen eines größeren Wales befindet. Nachdem auch der Schädel des Großen frei war, wurde klar, dass es sich hier um eine gebärende Mutter mit einem kleinen Baby handelt. Die beiden wurden auch eindeutig einer Spezies zugewiesen, dem Maiacetus inuus.

innusDas wäre an sich schon ein spektakulärer Fund, doch zeigte der Kopf des Kleinen nach vorne. Auf diese Weise kommen alle Landsäuger zur Welt, auch Menschen – doch bei Walen ist das nicht möglich, da die Neugeborenen wärend der Geburt noch ersticken würden. Deshalb gebären Wale mit dem Hintern zuerst.

Die einzig logische Schlussfolgerung nach Philip Gingerich ist, dass der Maiacetus seine Kinder an Land zur Welt gebracht hatte. Damit schließt sich eine große Kluft zwischen der stetigen Anpassung der Landsäuger hin zu den uns heute so faszinierenden Meeressäugern. Unten ist noch eine Abblildung des eigentlichen Fundstücks. Die Mutter ist in Rot hervorgehoben, der oder die kleine in Blau. Man erkennt ganz deutlich durch die Lage hinter den Rippen, dass es sich um einen Fötus handelt.

maiacetus_inuus

Artikel bei Sciencedaily.com

19
Dez
08

Was für eine Geldverschwendung …

The Creation Museum – ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. 27.000.000 US-Dollar hat dieser Nonsense gekostet. Was noch viel schlimmer ist, wahrscheinlich ist der Break-Even für diese Unternehmung schon im ersten Jahr erreicht.

sporkinthedrawer.typepad.com

Es handelt sich hier um ein Museum, das versucht, die Schöpfungsgeschichte in sechs Tagen zu verteitigen. Es wurde ein Garten Eden nachempfunden, und in diesem Garten hüpfen fröhlich und friedlich Dinosaurier herum. „Geschöpfe“, die die größten Fleischfresser auf dem Festland gewesen waren. Der friedliche Garten Eden war also somit keine „Garten der Wonne“, sondern wohl eher eine Splatter-Show à la Insla Nublar.

Das alles bringt mich unheimlich zum lachen. Vor allem die Darstellung eines Triceratops, der einen Sattel auf dem Rücken trägt. Ganz klar, der Erdensohn (a’dam) unterwirft natürlich sofort jedes Tier und beutet es aus – wie liebevoll! Eigentlich eher lächerlich.

Ärgerlich und ganz und gar unverständlich für mich die Arroganz der Kreatonisten. Für die anatomische Genauigkeit und Ausarbeitung der Dino-Modelle wurden neueste wissenschaftliche Erkenntnisse herangezogen. Bei der Datierung, die weitaus besser zu verifizieren ist, werden Wissenschaftler plötzlich als Scharlatane verunglimpft. Manchmal frage ich mich, wie selektiv und voreingenommen manche Menschen sich ihr Weltbild zusammenschuster. Traurig!

14
Dez
08

Eine kurze Geschichte einer langen Entwicklung

Das Buch ‘Dinosaurs – A Very Short Introduction’ von David Norman ist alles andere als eine oberflächliche, sensationshaschende Abhandlung über die Donnerechsen. Obwohl es in dem Werk nicht an Begeisterung und einfacher Sprache fehlt, wird doch ganz klar der wissenschaftliche Anspruch des Autors deutlich.

Das Buch ist für jeden empfehlenswert, der auf der einen Seite einen guten Überblick über die Klassifikation und Entwicklungsgeschichte von Dinosariern unt artverwandten Spezies wissen, aber auch einen Einblick in die Art und Weise der Wissenschaft der Paläontologie erfahren möchte. Die Methoden sind sehr aktuell und zeigen auch die rapide Entwicklung der Disziplin der Palänontologie auf.

08
Aug
08

Going deeper under ground

Letzen Sonntag hatte ich es endlich geschafft das Museum für Naturkunde in Berlin (@Google Maps) zu besuchen. Da es auf der Webseite heißt, dass dort in Berlin die größte Sammlung Deutschlands und eine der größten in ganz Europa zu finden sei, war ich natürlich sehr gespannt.

Direkt in der Haupthalle begrüßt einen der kolossale Brachiosaurus brancai. Bisher hatte ich nur einen Diplodocus in voller Größe gesehen, doch bei diesem Giganten fühlt man sich plötzlich sehr klein. Schade leider, dass man nur erahnen kann, wie mächtig dieses Tier wohl in voller Lebensgröße aus Fleisch und Blut gewesen war. Im Übrigen ist es sehr schön, dass der Saurier in einer korrekten Haltung dargestellt ist. Das hat sich das Museum vor einigen Monaten etwas kosten lassen, denn seit 2007 wurde das Sekelett neu aufgebaut. Das kann man auch zum Rest der Sammlung sagen. Das Museum hat sich große Mühe gegeben, auf dem neuesten Stand zu sein – soweit ich das beurteilen kann.

Neben dem Brachiosaurus sind auch zwei weitere Sauropoden ausgestellt, die zwar kleiner aber nicht weniger imposant sind. Bei den beiden „kleinen“ Sauropoden (Dicraeosaurus, Diplodocus) sind die nadelförmigen Zähne gut zu erkennen, die wohl zum Abstreifen von Nadeln der damaligen Nadelbäume gedient haben. Fazinierend auch der kleine Kentrosaurus, ein niedlicher Vertreter der Stegosaurier.

Eine kleine Sensation ist natürlich immer wieder der Archaeopterix, dessen originaler Abdruck in Berlin ausgestellt ist. Das Fossil ist so detailliert, dass man sogar als Leihe viele Details erkennen kann. Der kleien Vogel oder Dinosaurier – wie man es nimmt – erschlägt den Betrachter förmlich mit den transitionalen Merkmalen. Vielleicht wird der arme Racker deshalb immer wieder von Kreatonisten als eine „eigene“ Vogelart beschrieben. Doch wenn man selbst einmal die 50/50-Aufteilung der Dinosaurier-Merkmale und der Volgel-Merkmale gesehen hat, sollte man schon ins Zweifeln kommen.

Der nächste Raum des Museums richtet den Fokus auf die klimatischen und tektonischen Bedinungen, die auf die Natur im Laufe der Geschichte gewirkt haben. Gleich nebenan findet sich eine große Sammlung an Fossilien, die sich nach den Taxa richten. Leider waren hier einige Exponate verliehen bzw. für wissenschaftliche Zwecke entnommen. Schade! Ganz begeistert war ich dagegen über die doch detaillierte Aufbereitung der Paläobotanik. Das hat direkt mein Interesse für das Grünzeug von damals geweckt.

Der letzte Raum, den Tobias und ich besuchten, war „Evolution in Aktion“. Die Selektion als natürlicher Mechanismus wurde hier schön dargestellt. Eine Sektion widmet sich unserem Erbgut und es gibt tolle Realaufnahmen einer Zellmitose und ein kleines Gläschen mit „reiner“ DNS. Dann war der Kopf aber schon voll mit allerlei beeindruckenden Impressionen. Schön, dass ich endlich dort war!

04
Jun
08

Stärken und Schwächen

Heute morgen gab es mal wieder heiße Neuigkeiten in der ‘Evolution vs. Kreatonismus’-Diskussion. In der New York Times vom 04. Juni 2008 wurde unter dem Artikel „Opponents of Evolution Are Adopting New Strategies“ der neueste Streich aus der dynamischen Kreatonisten-Lobby vermeldet.

Da die Kreatonisten in den letzten Monaten doch erhebliche Niederlagen erlitten haben, musste das Leben nach dem Itelligentem Design ins Leben gerufen werden. Und man mag es nicht glauben, doch in einem neuen Streit über ein Lehrmittel in Texas wurde eingefordert, die „Stärken und Schwächen“ der Evolutionstherorie zu erläutern. Offensichtlich ja nicht unbedingt etwas schlechtes, Dinge mit einem argwöhnischem Auge zu betrachten. Dennoch auch paradox, denn gerade die Fraktion der verschlossenen Augen möchte zum Zweifel und Argwohn auffordern. Nebenbei bemerkt, sollte man nicht mit Steinen werfen, wenn man im Glashaus sitzt.

Nun gut, dann sollten also die Stärken und Schwächen der Evolution gelehrt werden. Doch die Schwächen oder Lücken in der Geschichte des Lebens sind allgemein bekannt und werden offen in jeden Biologie-Lehrbuch angesprochen. Ich kann mich nur immer wieder an Sätze erinnern, wie: „Hier sind sich die Forscher noch uneins …“. Also warum direkt diesen Punkt in einem Lehrbuch fordern?

Zunächst, weil eine Person beim Terminus „Stärken und Schwächen“ sofort die Schwächen im Hinterkopf behält und so impliziert, die Evolution hätte eklatante Lücken. Nun hat die Sache leider schon einen meterlangen Bart und ich möchte nicht großartig ausholen, warum es in der Evolution keine großen Lücken gibt. Trotzdem würde ich in dem Gerichtsverfahren plädieren, dass man zunächst den Term umdreht und von „Schwächen und Stärken“ spricht. Doch hoffentlich verlieren die Kläger den Fall und die Richter verhindern ein weiteres dunkles Kapitel der wissenschaftlichen Unterdrückung durch Religionen.

Beim Lesen des Artikel fällt auf, dass den Kreatonisten keine neuen Argumente eingefallen sind. Ob es die nicht reduzierbare Komplexität sei, ein angeblich lückenhafter Fossilbericht oder die Kambrische Explosion (hierzu habe ich mich schon mal ausgelassen: ‘Kambrische Explosion … ähhh … Radiation’). Deshalb freut es mich um so mehr, dass der im Artikel zitierte Kevin Fisher die Sache auf den Punkt bringt:

Mr. Fisher points to the flaws in Darwinian theory that are listed on an anti-evolution Web site, strengthsandweaknesses.org, which is run by Texans for Better Science Education.

“Many of them are decades old,” Mr. Fisher said of the flaws listed. “They’ve all been thoroughly refuted.”

— ‘Opponents of Evolution Adopting New Strategy’ – The New York Times, June 4th, 2008

Das die Argumente der Kreatonisten alt und brüchig sind, war übrigens einer der Gründe, warum ich die Schöpfungslehre für so falsch halte. Und es gibt wohl nichts, was einen mehr enttäuscht, als zu sehen, dass geistliche Führer ihre Mitglieder regelrecht an der Nase herumführen. Aber wenn ich mich nicht irre, dann ist selbst das Lügen laut den Zehn Geboten verboten.

05
Jan
08

Moby Dick, du Hirsch!

Ich kann es ja nicht verbergen. Ich bin ein riesen Fan von Walen – eine Geschichte, die wohl bis in meine Vorschulzeit zurückgeht. Umso besser war für mich die Nachricht in Nature! letze Woche, dass es weitere hübsche Details zur Evolution von Walen gibt.

Ambulocetas - Quelle: www.indiana.eduBislang war noch nicht klar, aus welchen „Landbewohner“ letztendlich die Wale wurden. Man wusste nur, dass die sogenannten Ambulecetaen den ersten Zwischenschritt (missing link) zwischen Land und Wasser bildeten. Vermutet wurde eine Verwandschaft zum Mesochyid, ein wieselnder Bär. Die Voraussetzungen dafür hatte diese Gattung gehabt.

Umso überraschender jetzt die Nachricht, dass man ein kleines aber feines Tierchen im Kaschmir gefunden hat – den Indohyus. Was macht die Wissenschaftler so sicher, dass dieses neue Fund den tatsächlichen Whale-Daddy repräsentiert?

Indohyus hat die ersten Veränderungen im Gehör und ansonsten im Schädel, die nur Wale besitzen. Außerdem hat der kleine Hirsch verdickte Beinknochen, damit er besser unter Wasser bleiben kann. Ich schreibe bewusst „Hirsch“, weil das Tierchen ähnlichkeiten mit einem kleinen Reh gehabt haben muss. Dennoch ist unser neuer kleiner Freund eher mit Kamelen und – siehe da – Flusspferden verwandt. Und noch stichhaltiger kann es nicht werden: DNA-Analysen zwischen heutigen Walen und Flusspferden haben ergeben, dass beide zum nächsten Familienbarbecue nicht ausbleiben dürfen.

Wie kommt der Hirsch aber ins Wasser? Was will er da? Für diese Antwort muss man nur die wackeren Hirschferkel in Afrika betrachten. Die Hüpfen zum Beispiel auch mal ins erfrischende Nass, wenn sich ein Raubvogel nähert. Schön, das Moby Dick also eigentlich ein kleiner Hirsch ist. Wer hat dann aber den Flußpferden und den Walen die Fettleibigkeit geerbt?

11
Nov
07

Knubbel haben doch was gutes

Wie schnell man etwas übersehen kann, wenn man nicht dannach sucht, zeigt ein Artikel, der Ende September im amerikansichen Magazin Sience erschienen ist. Lange hat man nämlich nach fossilen Abdrücken gesucht, die bestätigen würden, dass der Velociraptor Federn hatte. Die Taxonomie würde dies nämlich erwartet lassen.

Doch manchmal muss der Weg indirekt begangen werden. Wenn man sich die Knochen heutiger Vögel ansieht, dann findet man an den Knochen kleine „Knubbel“, an denen die Federn im weitesten Sinne angeknüpft sind. Dieses Merkmal ist bei allen Vögeln zu finden. Nun darf man mit Recht erwarten, genau diese Knubbel beim Velociraptor zu finden. Und diese wissenschaftliche Sensation ist geglückt. Man hat tatsächlich die erwarteten Knubbel gefunden. Die Familie der gefederten Dinosaurier wird stetig größer – wer hätte das gedacht. Den gesamten Artikel auf Englisch findet man hier:

http://www.sciencemag.org/cgi/reprint/317/5845/1721.pdf

20
Okt
07

Fußspuren einer Waldmaus

Hylonomus lyelli wurde ertappt – und zwar ein bis drei Millionen Jahre bevor die Lyell’s „Waldmaus“ eigentlich existieren darf. Hylonomus lyelli ist das erste bekannte Reptil. Seine Entdeckung geht auf Sir William Dawson zurück, dessen Lehrer Charles Lyell Namenspate für das nette kleine Wesen wurde. Das alles geschah in den 1800er Jahren – ist also schon eine Weile her.

Am 17. Oktober 2007 konnte man aber auf BBC folgende Meldung lesen:

The earliest evidence for the existence of reptiles has been found in Canada.
The 315 million-year-old fossilised tracks give an insight into a key milestone in the history of life, when animals left water to live on dry land.
The footprints suggest reptiles evolved between one and three million years earlier than previously thought.
— BBC NEWS Online, 17-Oct-2007, „Acient reptile tracks unearthened

Fossilfund mit Fußspuren - Quelle: BBC ONLINEDr. Howard Falcon-Lang ist der glückliche Finder der Fußspuren. Er selbst sagt, dass es purer Zufall war. Warum kann er aber mit Sicherheit sagen, dass die fossilen Fußespuren so viel älter sind, als die dazu passenden Skelette, zumal der Fund in der gleichen Gegend, in Joggins, gefunden wurde? Die Fußspuren wuren fast einen Kilometer tiefer gefunden, wie die Fossilien von Sir Dawson. Um die Fußspuren nun eindeutig zuzuweisen, muss man sich einfach überlegen, wer in dieser Epoche in Frage kommen kann. Es überrascht nicht, dass die Zahl der Täter ein kleiner Kreis ist, den wir suchen die damals spährlich gesäten Landwirbeltiere, und sie dürfen nicht mehr als fünf Finger haben.

Landwirbeltiere gab es damals in „zwei Versionen“: Reptilien und Amphibien – eigentlich dachte man bis dato, dass es nur Amphibien gab. Da Amphibien aber zur damaligen Zeit bis zu acht Finger hatten, fallen die schon fast durch das Raster. Auf Wissenschaft-Online heißt es:

Erwähnenswertes Merkmal dieser frühesten Amphibien ist die mit sechs bis acht ungewöhnlich hohe Finger- und Zehenzahl. [Abbildung]
— Wissenschaft-Online, Lexikon der Geowissenschaften, Amphibien [1]

Waldmaus - Quelle: www.palaeos.comWarum hatten Amphibien damals noch acht und nicht die üblichen fünf Finger. Wenn man die nahen Verwandten der frühen Amphibien betrachtet, die Fleischflosser, dann ist unschwer zu erkennen, dass acht Finger vorhanden sind. Unter Wasser macht es auch Sinn, denn mehr Finger erlauben ein flinkeres Schwimmen. An Land mag das aber rein kinetisch von Nachteil sein. Deshalb – so vermutet man - hat sich die Fingerzahl auf die bis heute üblichen fünf verringert. 

Aber unsere Waldmaus hat noch eine weitere entscheidende Spur hinterlassen, die sie eindeutig identifiziert. Alle Fußspuren lassen erkennen, dass der kleien Jäger Schuppen hatte. Schuppen sind wieder ein Indiz für ein Reptil.

16
Okt
07

Whale watschling

Buckelwale - Quelle: wikiGanz vage kann ich mich noch an meinen Schwimmkurs erinnern. Das waren noch tolle Zeiten! Und auch der Startschuss zu den all-freitaglichen Besuchen im Hallenbad – mein Bruder und ich. Vielleicht gerade deshalb oder zufällig hatte ich damals meine „Lieblingstiere“ entdeckt: die Wale.

Es ist hinlänglich bekannt, dass Wale Säugetiere sind, auch wenn ich schon in der ersten Klasse meiner Grundschullehrerin vehement erklären musste, dass Wale keine Fische sind. Resultat meiner Korrektur im Unterricht war ein Besuch meiner Mutter bei dieser Lehrerin. Warum ist es etwas außergewöhnliches, dass Wale Säugetiere sind? Säugetiere waren laut Fossilbericht zuerst ausschließlich Landlebewesen. Wie haben die Wale also den Sprung ins Wasser geschafft?

Ambolucetas natans - Quelle: Wiki

Die Gesichte beginnt im unteren Eozän, also so vor 53 Mio. Jahren -ca. 10 Mio. Jahre nach dem großen Knall in Yukatan. Und damals waren Wale noch Landbewohner. Im Laufe der letzten Jahrzehnte (von 1970 an) wurden in Pakistan und Ägypten viele Zwischenstufen von quasi amphibischen Räubern gefunden, die halb Wal und noch halb Landräuber waren. Ein sehr bekannter Vertreter dieser ‘Missing Links’ ist der Ambolucetus natans, der laufende Wal. In der folgenden Grafik sind die einzelnen Zwischenstufen gut dargestellt:

http://hometown.aol.com/darwinpage/whale1.gif

Gibt es heute noch Anhaltspunkte für diese Behauptung? Dei meisten Wale haben z. B. immer noch kleine (nutzlose) Knochenstummel (Rudimentäre), wo einst die Hinterbeine waren. Außerdem bewegen sich Wale zum Schimmen auf und ab, wie das alle Säugetiere machen. Selbst beim Nervensystem sind Verwandschaften zu erkennen.

Eine detaillierte Geschichte findet ihr hier:

http://www.cetacea.de/palaeocetologie/indopak_01.htm

http://en.wikipedia.org/wiki/Evolution_of_cetaceans

Und alle Lesemüden können sich diese Dokumentation reinziehen:

http://www.pbs.org/wgbh/evolution/library/03/4/quicktime/l_034_05.html

15
Okt
07

Kambrische Explosion – äääh – Radiation

Hallucigenia - Quelle: WikiEs gibt einen Mythos – ein Mythos, dass die Paläontologen bis heute keine der sogenannten Missing Links gefunden hätten. Es herrscht in der breiten Öffentlichkeit immer noch die Meinung, dass Lebensformen in der Vergangenheit sprunghaft aufgetreten sind und es keine „Zwischenstufen“ gäbe, die eine stetige Entwicklung von Lebewesen dokumentieren würde. Als Stein des Anstoßes wird immer wieder die „kambrische Explosion“ bemüht. So hieß es z. B. in der ‘Natural History’ vom Oktober 1959, Nr. 8, Seite 467:

„Darunter [unter dem Kambrium] liegen dicke Sedimentablagerungen, und es wäre zu erwarten, dass man darin die Vorstufen der kambrischen Formen finden würde; aber wir finden sie nicht: [...] man könnte vernünftigerweise sagen, das allgemeine Bild sein in Übereinstimmung mit der Anschauung, dass die Lebensformen zu Beginn des kambrischen Erdzeitalters separat erschaffen wroden seien.“

Dieser Artikel ist jetzt aber schon ein Weilchen her. Ist denn diese Ansicht noch tragbar? Gab es vor dem Kambrium also wirklich kein Leben auf der Erde?

Tatsächlich gibt es eine äußerst plausible Erklärung. Wikipedia formuliert es äußerst stichhaltig:

Im Lichte dieser Funde relativiert sich die so genannte Kambrische Explosion. Ein der Evolutionstheorie widersprechendes rätselhaftes plötzliches Auftreten von Bauplänen aus dem Nichts ist nur scheinbar. Deshalb wird die Kambrische Explosion heute meist auch Kambrische Radiation genannt. Die äußerst mangelhafte Überlieferung von Tieren ohne Skelett (oder nur mit einem Hydroskelett) macht das Auftauchen von hartteiltragenden Tieren umso auffälliger, weil diese sich im Gegensatz zu ihren Vorläufern ganz wesentlich besser erhalten haben.
— Wikipedia, the free encyclopedia, Kambrische Explosion

Wem das allein nicht ausreicht, der kann sich mit dem Artikel ‘The Precambrian to Cambrian Fossil Record and Transitional Forms‘ von Keith B. Miller schlauer machen (obwohl Mr. Miller ein Theist ist).

Was kann man aber über die Zeiten dannach sagen? Sind die Fossilbefunde für eine stetige Transformation stichhaltig? Folgendes wurde 1999 von der National Academy of Science veröffentlicht:

„So many intermediate forms have been discovered between fish and amphibians, between amphibians and reptiles, between reptiles and mammals, and along the primate lines of descent that it often is difficult to identify categorically when the transition occours from one to another particular species.“
— National Academy of Science, 1999

Das alles sollte natürlich mit einem Beispiel erläutert werden. Dafür werde ich meine Lieblingstiere bemühen – die Wale. Damit der Post aber nicht zu lange wird, mach ich das später.




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Die Simpsons und die Philosophie - Hrsg. Erwin, Conrad, Skoble


 

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