Kennt ihr die Aussage von älteren Personen, die immer sagen, dass früher alles besser war? Geht auf die Nerven, oder? Robert Musil schreibt dazu so bestechende Worte, dass ich sie einfach zitieren muss.
Musil spricht über die sich veränderten Modeerscheinungen …
„Man kann weder gegen Personen noch gegen Ideen oder bestimmte Erscheinungen kämpfen. Es fehlt nicht an Begabung noch an gutem Willen, ja nicht einmal an Charakteren. Es fehlt bloß ebensogut an allem wie an nichts; es ist, als ob sich das Blut oder die Luft verändert hätte, eine geheimnisvolle Krankheit hat den kleinen Ansatz zu Genialem der früheren Zeit verzehrt, aber es funkelt von Neuhiet, und zum Schluss weiß man nicht mehr, ob wirklich die Welt schlechter geworden sei oder man selbst bloß älter. Dann ist endgültig eine neue Zeit gekommen.“ — Rober Musil, Der Mann ohne Eigenschaften
Auf den Punkt gebracht. Im übrigen gibt es da ja noch die Geschichtsromantiker, die – meist aus schönen Romanen heraus – glauben, dass die Jahrhunderte vor diesem geprägt von zumindest mehr Rücksichtnahme zur Natur oder zu mehr ökologischer Nachhaltigkeit gewesen wäre. Archäologen protestieren gegen diesen Gedanken entschieden. Ausgrabungen zeigen immer wieder auf neue, dass die Menschen schon zu allen Zeiten Tierarten ausgerottet haben und die Landschaft bis zur Verwüstung ausgeraubt haben. Oder warum ist das einst so fruchtbar beschreibenen Mesopotamien - der „fruchtbare“ Halbmond – heute eine staubige Wüste?
