Archiv der Kategorie 'Bärentrek'

21
Aug
07

Videos zum Bärentrek

Endlich sind die Videos von meinem Bärentrek bearbeitet und online bei Youtube. Hier die Links dazu:

Tag 1 – Rosenlaui nach Alpiglen
Tag 2 – Alpiglen nach Stechelberg
Tag 3 – Stechelberg zur Gespaltenhornhütte
Tag 4 – Gspaltenhornhütte nach Kandersteg

Viel Spaß beim anschauen. Schreibt mir ruhig eure Eindrücke!

03
Aug
07

Tag 4 – Gspaltenhornhütte nach Kandersteg

Nach den aktuellen Wetterberichten war ich heute morgen schon skeptsich, wie sich der Tag entwickeln würde. Es war nämlich von einem großen Wetterumschwung die Rede, die Hagel und Überschwemmung bringen könnte.

Zunächst aber ein wenig von der Horror-Nacht, die ich hinter mir hatte. Ich war mir gar nicht bewusst, wie schlimm so ein Bettenlager ist. In meiner Vorstellung war es immer ein Raum voller interessanter junger Bergbegeisteter. Doch zu meiner Überraschung war es voll alter, langweiliger Schnarcher, die einem keine ruhige Minute geschenkt haben. Die Ohrenstöpsel lagen zu Hause – also war höchste Konzentration gefragt um einzuschlafen.

GamchigletscherMit der ersten Möglichkeit zu Frühstücken bin ich dann auch gleich aufgestanden und bin schnellstmöglich los in Richtung Hohtürli – den bis dahin schwersten Pass. Der erste Streckenabschnitt ging erst einmal hinab zum Gaumchigletscher und ich musste auch ein bisschen über den kläglichen Rest des wohl einst so mächtigen Glestschers steigen. Ganz besonders faszinierend war die Gletscherspalte, die man neuerdings nur noch mit einer Brücke überqueren kann.

Am Gletscher ist man auf einer ungefähren höhe von 2100 Metern und muss nun langsam zum Fuß vom Hochtürli. Dabei kommt man über große Wiesen, auf denen Schafe weiden und man hat einen fantastischen Blick über das Tal. Bei mir war es nur sehr windig, was sicherlich Vorboten des Wetterumschwungs waren.

Der Aufstieg zum Hohtürli (2778 m ü. NN) ist kein Zuckerschlecken. Dadurch, dass auf dem Wanderpfad anscheined auch reglemäßig viel Wasser runterrauscht, ist er sehr ausgespült und stellenweise sehr steil. Doch nach einiger Zeit wird man auch für seine Mühen belohnt, denn so auf ca. 2500 m wechselt der Pfad auf die andere Seite des Kamms und der Pfad führt steil entlang einer Steilwand. Ich genoss natürlich die Umgebung und arbeitete mich kontinuierlich nach oben. Um ca. 11:30 Uhr war ich auf dem Hohtürli. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick zurück in das Tal ‘Bund’, aber auch auf der anderen Seite die hohen Gipfel an der ‘Blüemlisalp’.

Blick vom Hohtürli nach Kandersteg

Am Horizont war die Wetterfront schon zu sehen, also entschied ich mich, den Abstieg nach Kandersteg (vorbei am Oeschinensee) recht zügig zu machen. Über die Landschaft gibt es nichts besonders außergewöhiches zu berichten, außer vielleicht, dass das Wasser des Blüemlisalp-Gletscher ein wenig nach Salpeter riecht und ich einen heftigen Durst hatte. Deshalb war auch eine Pause an der nächten Alp angesagt, und das war ‘Oberbärgli’. Da werde ich aber nie wieder hin gehen. Dort wimmelt es von Schweinen und Hunden, die andauernd am Rucksack oder an den Füßen herumsabbern. Dort war ich keine 10 Miunuten. Wär ich doch bloß die kleine Strecke weiter runter zu ‘Unterbärgli’ gelaufen. Dort sah alles sauber und gepflegt aus. Von hier aus hatte ich dann einen wunderschönen Blick auf den Oeschinensee (1578 m).

Blick auf Oeschinensee

Nach insgesamt drei Stunden Fußmarsch vom Hohtürli nach Kandersteg hatte ich erstaunliche 1600 m Höhenunterschied überwunden – meine Knie haben auch eine eindeutige Sprache gesprochen. Glücklicherweise war ich also schon um halb drei in Kandersteg, denn das Wetter schlug wie versprochen schlagartig um und ein starkes Gewitter setzte sich im Tal fest. Die Prognose für die weiteren Tage war so schlecht, dass ich beschlossen hatte, den Bärentrek hier zu beenden. Das war auch eine gute Entscheidung, denn in der Nacht gab es Erdrutsche und Überschwemmungen im ganzen Kanton.“

Ja, das war mein Bärentrek. Eine schöne Erfahrung – sollte jeder einmal machen.

01
Aug
07

Tag 3 – Stechelberg nach Gspaltenhornhütte

„Diese Tour war anstrengend, da etwa 1300 m Aufstieg zur Sefinenfurgge auf mich gewartet haben.

Da heute Nacht mein Wecker (Handy) den Geist aufgegeben hat, musst ich nach Gefühl aufwachen. Das Bett war aber sowieso viel zu kurz und ich bin so gegen 6:30 Uhr aufgewacht. Nach Dusche, Packen und Handy reparieren gab es noch ein ausgibiges Frühstück im seltsamen Frühstücksraum des Hotels. Das Hotel wurde wohl Anfang der 80er erbaut und wurde seitdem nicht mehr verändert. Eigentlich ist das Ambiente so wie das Seehaus vom Paten im zweiten Teil.

Lauterbrunnental - Quelle: WikiVon Stechelberg habe ich mich dann direkt in den Busenwald aufgemacht. Wer sich den Namen ausgedacht hat, weiß ich nicht – er muss aber eine blühende Fantasie gehabt haben. Die ersten 30 Minuten waren sehr steil, doch die Mühe hatte sich gelohnt. Da auf den benachbarten Berg eine Gondel fährt, ist dieser Wanderweg fast überhaupt nicht frequentiert und so war ich den ganzen Morgen alleine. Außerdem ist der Wanderweg wunderschön und führt eine Weile an der Sefinen-Lütschine, was sozusagen das Sahnhäubchen ist. Wenn man den 30 minütigen Aufstieg geschafft hat, dann hat man den Ausblick in das Lauterbrunnental, wie rechts zu sehen ist. Nach einer längeren Stecke musste ich dann das Tal verlassen und Richtung Rotstockhütte aufsteigen. Neben lustigen kleinen Murmeltieren gibt es auf diesem Abschnitt leider auch fiese Blutsauger, die bei den Temperaturen den Schweiß schon kilometerweit richen und die ganze Zeit nerven. Aber die Bergwiesen dort oben sind sehr feucht und von unzähligen Bächen durchzogen, was eine Erklärung wäre. Da habe ich mich also im wahrsten Sinne des Wortes durchgeschlagen.

Um ca. 11:30 Uhr war ich dann an der Rotstockhütte am Fuße des Schlithorns bzw. des Horns. Eine kleine Erfrischung musste sein, also gab es ein Radler und ein Sandwich. Außerdem würde ich jede Stärkung brauchen um die Sefinenfurgge zu schaffen.

Von den 2039 Höhenmetern der Hütte waren es weitere 573 Meter gen Himmel zur Furgge. Eine Furgge ist übrigens ein Art Pass oder Übergang – in diesem Fall geht es hier die Hintere Gasse weiter. Dieser Teil der Strecke ist wieder in Pfad im UNESCO-Weltnaturerbe und ich konnte den schönen Ausblick genießen, wie z. B. auf einen winzigen See namens ‘Hinterm Horn’.

Die letzten Meter zur Furgge waren sehr anstrengend, so dass ich mir oben ein kleines Nickerchen gegönnt habe. Dannach ging es weiter über, für meinen Geschmack, wunderschöne Geröllfelder, die einem den Eindruck geben, man wäre auf einem fremden Planeten – kein Leben, nicht einmal Moos oder Flechten. Die hier und dort verbliebenen Schneefelder erwecken den Anschein, dass das Leben hier oben in den kurzen Sommerwochen keine Möglichkeit hat, Fuß zu fassen.

Übrigens, Wasser gibt es auf diesem Abschnitt wenig. Man sollte sich also an der Rotstockhütte volltanken und das muss reichen bis zum Augustchummi. Dort gab es wieder einen kleinen Bach mit Schmelzwasser.

Rasch um Trogegg herum un an netten Ziegen vorbei ging es dann schlussendlich zur Gspaltenhornhütte mit stetem Blick auf die Gaumchilücke. Die Gspaltenhornhütte ist sehr nett bewirtet und hat einen guten Service. Schlafen kann man leider nur im Lager – und ich hatte doch meine Ohrstöpsel vergessen … na dann, gute Nacht!

31
Jul
07

Tag 2 – Alpiglen nach Stechelberg

„Heute wartet der legendäre Eiger auf mich!

Der Tag beginnt pünktlich um 7:00 Uhr mit Dusche und ausgedehntem Frühstück. Die Rechnung war auch schnell bezahlt und dann ging es auch schon weiter auf dem Bärentrek. Die erste Etappe dieses Tages war der Eigertrail – eine wohl sehr bekannte Wanderstrecke. Dass die meisten Touristen den Trail aber nur vom Prospekt kennen, merkt man an den wenigen Wanderern, denen ich begegnete.

Doch zuerst musste ich mir Trinkwasser besorgen, denn ich hatte mal wieder vergessen, Wasser von der Quelle in Alpiglen mitzunehmen. Am Vorabend habe ich aber schon einen netten Wasserfall von der Ferne ausgemacht, der direkt am Eigertrail liegen muss. Ich wollte also zwei Fliegen mit einer klappe schlagen, nämlich Wasserfall bewundern und Wasser auffüllen. Falsch gedacht, Herr Rademacher. Der Wasserfall war riesig und sich Wasser holen wohl lebensgefährlich.

Der Eiger - Quelle: WikiDer Eigertrail an sich war sehr schön, obwohl es noch relativ früh war und somit alles im Schatten lag. Um die Schönheit genauer zu beschreiben: links erheben sich majestätisch die Bergwände, die einen fast zu erdrücken drohen, besetzt mit Schneefeldern die zu tosenden Wasserfällen schmelzen, und rechts öffnet sich ein wunderschönes Tal mit der üblichen Alpenromantik.

Es steht ja noch die Frage im Raum, wie ich an mein Trinkwasser gekommen bin. Glücklicherweise bin ich noch an weiteren, kleineren Bächen vorbeigeschlendert, bei denen man gefahrlos Wasser schöpfen konnte. Das Wasser war zwar Gletscher-Schmelzwasser, ich finde jedoch, dass es prima schmeckt. Ein bisschen nach Schnee eben. Außerdem bestimmt gesünder als das Wasser von Aquarell, das bekanntlich gefiltertes Rheinwasser ist.

Um ca. 10 Uhr war ich an der legendären Eiger Nordwand. Dort wird einem schon anders, wenn man bedenkt, wie vile Leben diese Wand gekostet hat. Ich habe kürzlich gelesen, dass die Wand so steil ist, das losgebrochene Steine ungebremst hinunterfallen und sich wie Gewehrkugeln anhören.

Die nächste Station war die Station Eigergletscher (Bergbahn), die so gegen 10:40 Uhr erklommen war. Ich hatte gar keine Idee wie schön das Panorama Jungfrau, Mönch, Eiger und der Eigergletscher sind. Von dort aus habe ich mich dann ein wenig verzettelt, weil ich den direkten Weg nach Wixi (nicht lachen) nicht gefunden habe. Ausgeschildert war es nicht und meinen Kompass habe ich leider nicht benutzt. Es müsste nämlich von der Station etwas nach SO gehen. Da Lesen bildet und ich die Karte nicht genau gelesen habe, bin ich dann eben zur Kleinen Scheidegg rübergewatschelt. Anders kann man das nicht nennen, da hier eine wahre Wanderstraße gebaut wurde, damit der Durschnittstourist auch zum Eiger kann.

Ich habe mich ein wenig beeilt und bin dann doch zur rechten Zeit noch in Wixi angekommen (ja, ich weiß … ein blöder Name). Wixi war sozusagen das Tor ins UNESCO Welt-Naturerbe. Auf dieser Strecke bewegt man sich dann auf den Trümmelbach zu. Auf diesen 2,5 km muss man die erste Hälfte durch schöne ruhige Wälder ganz gemütlich ohne Höhenunterschied. Doch dann kam es hart. Auf der restlichen Strecke muss man 900 m Höhenunterschied überwinden. Das merkt man dann direkt in den Ohren, wie beim Autofahren. Der Weg lohnt sich aber allemal, da aufgrund des Höhenunterschieds kaum Touristen unterwegs sind.

Das Gepäck schmerzte schon im Rücken und die Sohlen brannten, doch schon um 15:40 Uhr war in inten in der Ortschaft Trümmelbach. Der Trümmelbach schließt hier mit den Trümmelbachfällen ab, die man auch besuchen kann. Dort habe ich dann meine Schweißfüße in das kalte Nass getaucht, begleitet von unverständlichen Blicken von Turnschuhtouristen natürlich.

Im Hotel Stechelberg, etwa 2 km taleinwärts, wusste – natürlich – keiner von meiner Reservierung und der Wirt war schon sehr kauzig. Ein Zimmer hatten sie dennoch frei, obwohl sie sichtlich enttäuscht waren, dass ich nur eine Nacht geblieben bin. Aber mehr als für einen Abend gibt es in Stechelberg nicht, also konnte ich ihnen den Gefallen nicht machen.

29
Jul
07

Tag 1 – Rosenlaui nach Alpiglen

Wieder ein direkter Auszug aus meiem Notizbuch:

„Wie sich herausstellen sollte, wird sich die erste Etappe als ein sehr langer Horror-Marsch entpuppen.

Rosenlauigletscher - Quelle: WikiAls erstes war ich von der grandiosen Kulisse überwältigt. Ich werde aber noch feststellen, dass das nicht alles ist und man sich an solch eine Landschaft schnell gewöhnen kann.

Zuerst aber ging es ab in die Rosenlaui-Gletscherschlucht. ‘Schön kühl und laut – aber ein wenig kurz!’ So kann man die Schlucht knapp beschreiben. Außerdem ist sie sehr eng, was mit einem voll bepackten Rucksack Schwierigkeiten verursacht. Beispiel: Eine Oma bewegt sich schön langsam vor mir in einem Tunnel. Ich muss mich aber arg ducken, damit mein Rucksack nicht dauern an der Decke schrammt. Leider kann ich sie auch nicht überholen. Das bedeutet also 5 Minuten Rückenschmerzen und im Schneckentempo auf das Licht am Ende des Tunnels zu.

Noch ein Beispiel? Gerne! Ziemlich am Ende der Schlucht bin ich mit meinem Rucksack an der Wand hängen geblieben, weil ein ‘freundlicher’ Tourist mit seinem auf zwei Quadratkilometer ausgespannten Stativ den Weg blockiert hat. Als Resultat ist mir mein Schlafsack abhanden gekommen und rollte geradewegs auf die Schlucht zu. Zum Glück ist er am Geländer hängen geblieben, sonst hätte er ein seltsames Boot abgegeben.

Erfrischt und reizgesättigt geht es nun weiter Richtung ‘Große Scheidegg’. Dieser Berg ist von mittlerer Größe, der genau 90° gegen den normalen Kammverlauf der Berge im Weg steht und zweit Täler voneinander trennt, nämlich Meiringen von Grindewald. Der Aufstieg war lästig (weil ich mich erst an das Gewicht des Rucksacks gewöhnen musste) und tückisch. Einmal habe ich mich schön im Wald verlaufen, weil der Wanderweg nicht so offensichtlich war, wie sich das mein Hirn vorgestellt hatte. Wenn man von einem Weg abkommt, lernt man interessante Insekten kennen …

Oben auf dem Großen Scheidegg waren auf einmal wieder all die netten Postauto-Touristen zu sehen. Ein toller Anblick!

Der Abstieg nach Grindewald war nicht besonders spektakulär und langweilig – mit Betonung auf lang. [...] In Grindelwald wollte ich nur schnell an den Japanern vorbei. Ja, genau, Japaner. Irgendwie ist Grindewald als Partnerstadt mit einer japanischen Standt verbandelt und aus diesem Grund hat es dort vor Japanern zu so gewimmelt.

Dummerweise fließt durch das Tal von Gindewald ein Fluß namens ‘Schwarze Lütschine’. Beim ersten Blick würde man zwar vermuten, das wäre das schweizerische Gegenstück zu Lakritzschnecken, doch in der Realität verursacht dieser Fluss nur einen quälenden Abstieg auf knappe 1000 m ü. NN und dann wieder eine Aufstieg nach Alpiglen mit 1616 m ü. NN. Ab hier haben mich meine Kräfte dann auch langsam verlassen. Die knappen 600 m Aufstieg waren aber noch nicht bewältigt. Nach häufigen Pausen war ich dann doch um 18:30 Uhr oben in Alpiglen. Das Berhaus ist echt gut und das Radler schmeckte nach solch einer Anstrengung gleich dreimal so gut. Dort zu schlafen war sehr angenehm und günstig (45 CHF pro Nacht und Nase). Und an diesem Anbend bin ich – wen wunderst – sehr schnell eingeschlafen … „

29
Jul
07

Tag 1 – Hinfahrt

Ab jetzt werde ich meine Notizen aus meinem Moleskine sprechen lassen:

„Der Tag beginnt früh um 3:45 Uhr. Im Halbschlaf habe ich versucht, noch allen fertig einzupacken, habe mir einen Kaffee rausgelassen un bin so gegen 4:30 Uhr los. Schon beim Autobahnkreuz München-Süd ist mir panisch eingefallen, dass ich meine Wandersocken und die lebenswichtigen Ohrenstöpsel vergessen habe.

Die Autofahrt ging über München, A96 Lindau, dann am Fürstentum Lichtenstein entlang Richtung Zürich und gleich anschließend Richtung Thun. Ab Thun war die die Autobahn eher mäßig gut ausgebaut und ich habe mich so langsam über Interlaken schlussendlich nach Meiringen hochgeschlängelt.

Einen Parkplatz in Meiringen um 10:45 Uhr zu bekommen, kann recht verwirrend und anstrengend sein, weil nichts in der Schweiz umsonst ist. Wenn ein Parkplatz nichts kosten würde, dann ist ein Parkverbot ausgeschildert. Die Lösung: Geld am Geldautomaten rauslassen und am Bahnhof in Meiringen ein Parkticket für die nächsten Tage kaufen (5 CHF pro Tag) und gleich, weil es so schön ist, ein Ticket für das Postauto – so heißen die Linienbusse in der Schweiz. Wahrscheinlich steckt dahinter ein traditionelles Konglomerat in Staatshand.

Ein klassisches Postauto - Quelle: WikiUm 10:40 Uhr geht es los Richtung Rosenlaui, dem kleinsten Ort der Schweiz. ‘Ort’ ist man im Alpenland dann, wenn man eine Post hat – und die hat Rosenlaui, obwohl ein unsagbar kleines Dorf. Die Fahrt in einem Postauto ist anstrengend, da die Busse angefüllt mit den merkwürdigsten Touristen ist, die zu jeder Sehenswürdigkeit mit dem Bus hinfahren, da ihre fettreiche Ernährung sie buchstäblich in die Knie zwingt.

Und hier in Rosenlaui beginnt die Tour 1 oder Etappe 1 meines Bärentreks.“

29
Jul
07

Please do not leave your luggage unattended

Nachdem ich mich sehr lange über die Vorzüge eines großen Rucksacks ausgelassen habe, muss dieser Rucksack ja auch sinnvoll gefüllt werden.

Aus rein praktischen Gründen sollten auf jeden Fall Karten, Kompass, kleine Erste-Hilfe-Tasche, Taschenlampe, Messer, Ersatzschuhbänder, Ohrenstöpsel (für die Hütte), CAM-Corder, Stift und Moleskine, Regenjacke, Wandersocken, Notfallhandtücher, kleines Kulturpäckchen, Trockenfrüchte, Müsli-Riegel, ein bisschen Brot, Wasserflasche und etwas zum Lesen in den Rucksack. Wie sich herausstellen sollte, werde ich alle unwichtigen Dinge dabei haben und zwei essenzielle Dinge vergessen.

Für alle Menschen, die gerne jeden Tag die Kleidung wechseln – so wie ich – werden außerdem 2/3 des Stauraumes mit ebendieser Kleidung aufgefüllt.

Nicht zu vergessen wären noch Capi, Wanderstöcke, anständige Bergschuhe und Sonnencreme um das Erythema solare ein wenig einzudämmen. Grundsätzlich vermeiden lässt der Sonnenbrand sich sowieso nicht.

Außen an den Rucksack kommen noch Isomatte zum Dösen in der Sonne, ein Schlafsack falls die Bettwäsche ekelig sein sollte und, wer auch gern draußen schlafen möchte, ein Ein-Mann-Zelt (gibt’s in 500 g-Versionen).

Alle diese netten Dinge sollten genügend Last sein, um die kommenden Tage so komfortabel wie möglich zu machen.

28
Jul
07

Wie bindet man sich einen Bären auf?

Als zentrale Frage bei der Vorbereitung eines solchen Treks wie den Bärentreks ist: was muss ich alles Mitnehmen. Das ist gar keine einfache Aufgabe, aber eine lösbare. Grundsätzlich muss man folgende Faktoren berücksichtigen:

Wie viel möchte ich schleppen (oder auf den rücken binden)?
Wie lange bin ich unterwegs?
Welchen Anspruch habe ich an Hygiene und Sauberkeit?

Der Schnelldenker wird sofort erkannt haben, dass alles vom zumutbaren oder ertragbaren Gewicht auf dem Rücken zusammenhängt. Die Technik des Lastentragens ist aber in der Menschheitsgeschichte schon eine sehr alte und man kann erwarten, dass Rucksäcke heutzutage einen hohen Standard haben. Das stimmt auch. Wenn man sich in ein Fach-Sportgeschäft begibt – also nicht Karstadt oder Runners-Point – wird man fast erdrückt von der Mannigfaltigkeit der Auswahl. Es gibt für jeden Geschmack und jeden Zweck einen Rucksack. Was benötige ich aber?

Eine kurze Recherche im Internet ergibt folgende wichtige Unterschiede:

1. Komfort
2. Fassungsvermögen
3. Wetterbeständigkeit

Für unseren Bärentrek sollte der Rucksack schon komfortabel sein, da wir Ihn den ganzen Tag auf dem Rücken haben. Er muss unbedingt gut tragbar im Hüftbereich sein, denn dort wird das ganze Gewicht abgestützt.

Das Fassungsvermögen richtet sich nach der Länge des Treks. In meinem Fall sollen es 6 Tage werden, also werde ich 60 bis 80 Liter benötigen – und das ist ordentlich Platz.

Die Wetterbeständigkeit ist eine reine Preis- bzw. Design-Geschichte. Das Material wird meistens danach gemessen, wie viel Regen es verträgt, bis es durchweicht. Je höher also, desto besser. Außerdem sollten der „Deckel“ dem Wasser keine Chance lassen, reinzuklettern.

Damit dieser Post nicht zu lang wird, mach ich hier mal Schluss. Der Rucksack ist also eingekauft. Was kommt alles rein in den Rucksack? Schaun mer mal …

28
Jul
07

Bärentrek – Gibt es noch Bären?

Berner Oberland, Blick auf Thuner See (Quelle: Wiki)Vor einiger Zeit habe ich den Vorsatz gefasst, den Bärentrek zu absolvieren. Für alle nicht Alpin-Begeisterten: der Bärentrek ist ein Trek (Fußmarsch) im Berner Oberland, bei dem man einige Pässe überwinden muss und vor einer grandiosen Kulisse Natur pur genießen kann. Das Berner Oberland ist das äußerste Eck der deutschsprachigen Schweiz und beherbergt einer der brühmtesten Berge der Alpen, wie die Jungfrau, der Eiger, das Wetterhorn, usw.

Den Namen „Bärentrek“ hat er aus der Zeit, als man angefangen hat, das Bergwander interessant zu finden. Wann das genau war, kann ich euch nicht sagen. Es dürfte aber spätestens Anfang des letzten Jahrhunderts gewesen sein, dass man dieses Gebiet zuerst bewandert hat. Und zu dieser Zeit soll man noch ab und zu einem Bären begegnet sein. Daher der Name Bärentrek.

Den Trek kann man unterschiedlich planen, d. h. unterschiedliche Routen stehen zur Verfügung, doch bewegt er sich grundsätzlich von Ost nach West und als Schlafgelegenheiten stehen Berghotels oder Berghütten zur Verfügung. Ingesamt also ein atemberaubendes Naturschauspiel, genügend Bewegung am Tag und durchaus komfortables Übernachten.

Nun war also der Entschluss gefasst, doch mussten viele Vorbereitungen getroffen werden.




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Die Simpsons und die Philosophie - Hrsg. Erwin, Conrad, Skoble


 

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