Archiv der Kategorie 'Atheismus'

19
Dez
08

Was für eine Geldverschwendung …

The Creation Museum – ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. 27.000.000 US-Dollar hat dieser Nonsense gekostet. Was noch viel schlimmer ist, wahrscheinlich ist der Break-Even für diese Unternehmung schon im ersten Jahr erreicht.

sporkinthedrawer.typepad.com

Es handelt sich hier um ein Museum, das versucht, die Schöpfungsgeschichte in sechs Tagen zu verteitigen. Es wurde ein Garten Eden nachempfunden, und in diesem Garten hüpfen fröhlich und friedlich Dinosaurier herum. „Geschöpfe“, die die größten Fleischfresser auf dem Festland gewesen waren. Der friedliche Garten Eden war also somit keine „Garten der Wonne“, sondern wohl eher eine Splatter-Show à la Insla Nublar.

Das alles bringt mich unheimlich zum lachen. Vor allem die Darstellung eines Triceratops, der einen Sattel auf dem Rücken trägt. Ganz klar, der Erdensohn (a’dam) unterwirft natürlich sofort jedes Tier und beutet es aus – wie liebevoll! Eigentlich eher lächerlich.

Ärgerlich und ganz und gar unverständlich für mich die Arroganz der Kreatonisten. Für die anatomische Genauigkeit und Ausarbeitung der Dino-Modelle wurden neueste wissenschaftliche Erkenntnisse herangezogen. Bei der Datierung, die weitaus besser zu verifizieren ist, werden Wissenschaftler plötzlich als Scharlatane verunglimpft. Manchmal frage ich mich, wie selektiv und voreingenommen manche Menschen sich ihr Weltbild zusammenschuster. Traurig!

19
Dez
08

New American Patriotism

Es wird alle die mich kennen kaum wundern, dass ich ein Fan von Bill Maher und seiner Show „Real Time“ bin. Bill hat eine freche Schnauze, ist spricht nicht nur von Freiheit, sonder lebt sie und Religionen gehören bei ihm auch nicht unter den Christbaum.

Bei seiner letzten Ansprache zur neuen Selbstwahrnehmung der Amerikaner habe ich mich totgelacht. Am besten auf ca. 4:00 Minuten vorspulen:

12
Aug
08

Religiös’sam

Leider müssen wir noch bis Oktober warten – mindestens. Bill Maher kommt Anfang Oktober mit dem Film „Religulous“ in die US-Kinos. Der Entertainer ist für seine provokative Art bekannt und richtet seine ganze Energie auf die Kirchen und ihre Anhänger, womit er in seinem Heimatland dem Trailer nach gerade die Richtigen gefunden hat. Der Film weckt Interesse und könnte eine spaßige Version von „The God Delusion“ werden. Ich bin gespannt!

Unter folgendem Link kann man schon mal reinschnuppern:

http://lionsgate.com/religulous/

27
Jul
08

Das totale Objekt

Gottesvergiftung

Moser: Gottesvergiftung

Es war eine erstaunliche Lektüre (Empfehlung), dieses kleine Buch Gottesvergiftung mit gerade 100 Seiten. 100 Seiten, auf denen ich mich wiedergefunden habe, zumindest teilweise. Offen und scharf spricht Tilmann Moser Gefühle und Erfahrungen an, die mich – zugegeben – mehr im Inneren beschäftigen, als ich zugeben würde. Für Außenstehende wird es schwer zu verstehen sein, doch richtet ein enges religiöses Korsett in der Jugend viel Schlimmes an, allem voran die ständig nagenden Schuldgefühle und die nicht gewonnen Akzeptanz der Allgmeinheit.

Muss aber eine Kritik an Religion so scharf sein, wie in dem Buch ‘Gottesvergiftung‘? Die Gegenfrage könnte lauten: warum muss man bei Religion denn immer ein Blatt vor den Mund nehmen? Mit welcher Rechtfertigung genießt das Thema Glaube so einen Tabucharakter? Offen gesagt spiegelt das Buch tiefe Gefühle wieder, die erst den großen Erfolg der Religion ausmacht. Gerade die Passagen, in der Moser die Geborgenheit in der Masse und die Überwältigung durch Gefühlsorgeln anspricht, merkt man doch genau, welche Schlingen die Religion bei Menschen legt. Die Schlinge wieder vom Hals weg zu bekommen, ist sehr schwer. Zwei Absätze des Buches haben meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen, und deshalb möchte ich sie kurz anführen. In Hinblick auf mein nun naturalistisches Weltbild und der Evolution fand ich mich im folgenden Satz bestätigt:

Aber der Gedanke, daß alles [die Religion, der Glaube] Lüge sei, war so schaurig, daß ich ihn lange nicht zu Ende zu denken wagte.
-– Gottesvergiftung, Tilmann Moser, Seite 40 (Suhrkamp, 1980)

Während und nach einen deutlichen Nein passen folgende Worte:

Als ich zu spüren begann, daß ich jahrelang einer Fata Morgana nachgelaufen bin, einem Gerücht, einer Geborgenheintsfiktion, die doch so sehr mit Angst und Drohung vermischt war, versuchte ich lange Zeit krampfhaft, die Augen vor der demütigenden Entdeckung zu verschließen.
— Gottesvergiftung, Tilmann Moser, Seite 80 (Suhrkamp, 1980)

Ich lege dieses Buch jedem ans Herz, der die gleichen Erfahrungen als Kind und Jugendlicher gemacht hat. Auch wenn es ein Tabu ist, kann man froh sein, dass es mutige Autoren gibt, die das Schweigen brechen.




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Die Simpsons und die Philosophie - Hrsg. Erwin, Conrad, Skoble


 

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