Geduld ist eine Tugend, besonders in der Paläontologie. Schon im Jahr 2000 fand das Team um Philip Gingerich in Pakistan ein Fossil eines anscheinend kleinen Meeressäugers. Nach fleißigem Freilegen der Knochen wurde jedoch klar, dass sich der kleien Säuger zwischen den Rippen eines größeren Wales befindet. Nachdem auch der Schädel des Großen frei war, wurde klar, dass es sich hier um eine gebärende Mutter mit einem kleinen Baby handelt. Die beiden wurden auch eindeutig einer Spezies zugewiesen, dem Maiacetus inuus.
Das wäre an sich schon ein spektakulärer Fund, doch zeigte der Kopf des Kleinen nach vorne. Auf diese Weise kommen alle Landsäuger zur Welt, auch Menschen – doch bei Walen ist das nicht möglich, da die Neugeborenen wärend der Geburt noch ersticken würden. Deshalb gebären Wale mit dem Hintern zuerst.
Die einzig logische Schlussfolgerung nach Philip Gingerich ist, dass der Maiacetus seine Kinder an Land zur Welt gebracht hatte. Damit schließt sich eine große Kluft zwischen der stetigen Anpassung der Landsäuger hin zu den uns heute so faszinierenden Meeressäugern. Unten ist noch eine Abblildung des eigentlichen Fundstücks. Die Mutter ist in Rot hervorgehoben, der oder die kleine in Blau. Man erkennt ganz deutlich durch die Lage hinter den Rippen, dass es sich um einen Fötus handelt.


