Archiv für Januar 2009

06
Jan
09

Systemkollaps

Im Jahr 1994 (oder doch im Jahr 2072) wurde damals auf unserem Intel DX4100 nach unendlichen Anpassungen der autoexec.bat, vor allem im Enhanced Memory, ein prägender Besuch auf der Raumsation Citadel gewagt. Mit unglaublichen 640×480 Pixeln Auflösung in der „System Shock Enhanced“ Version auf CD-ROM war ich damals echt gefangen – atmosphärisch und auch von der Story-Line.

Was bringt mich dazu, pathetisch in solchen Erinnerungen zu schwälgen? Zwischen Weihnachten und Neujahr durfte die BlueRay mit Dead Space in meiner Playstation tanzen. Dead Space hat mich sofort an System Shock erinnert. Warum?

Ein Underdog als Held kommt fast via Zufall auf eine abgelegene Raumstation, auf der natürlich alles schief gelaufen ist, was schief laufen kann. Wenn ich damals in System Shock schon erschrocken bin, wenn ein Mutant um die Ecke kam, so war die Erfahrung des Necromorphs in Dead Space um so besser. Natürlich fehlt das Puzzlen und Basteln in Dead Space schon ein bisschen, doch habe ich nicht mit System Shock 2 oder sonst einem Spiel wieder das Gefühl gehabt, zumindest ein bisschen auf einer Raumstation zu sein. Mehr noch, die USG Ishimura und alle anderen Schauplätze sind herrlich „schmutzig“ und wenig perfekt. Auch wirken alle Rohre, Scheiben und Luftkanäle so, als würden sie einen Zweck erfüllen – alles unheimlich packend. Hinzu kommt eine wunderbar ausbalancierte Beleuchtung, die an die alten Alien-Filme erinnert.

Völlig neu auch, dass die Gegner, die Necromorphs, nicht einfach zu erschießen sind, sondern taktisch „niedergestreckt“ werde müssen. Nicht ganz neu, aber doch originell wirkend, ist das nicht vorhandene Hud-Display. Informationen sind direkt in den Gegenständes des Spiels integriert.

Schade ist, dass das Game streng linear ist, und das Spiel komplett durchgeskriptet ist. Also direkte Überraschungen gibt es nach erneutem Laden nicht mehr. Auch schade, dass für die PS3 die Auflösung nur 720p und keine 1080p hergibt. Außerdem ist die Toolbox der atmosphärischen Sound nach ca. 45 Minuten erschöpft und ein Gewöhnungseffekt setzt ein und man schaudert nicht mehr, wenn man ein Metallrohr um die Ecke auf dem Boden fallen hört. Dennoch, wenn der Magen stark genug ist, ein absolut empfehlenswertes Spiel.




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