Letzen Sonntag hatte ich es endlich geschafft das Museum für Naturkunde in Berlin (@Google Maps) zu besuchen. Da es auf der Webseite heißt, dass dort in Berlin die größte Sammlung Deutschlands und eine der größten in ganz Europa zu finden sei, war ich natürlich sehr gespannt.
Direkt in der Haupthalle begrüßt einen der kolossale Brachiosaurus brancai. Bisher hatte ich nur einen Diplodocus in voller Größe gesehen, doch bei diesem Giganten fühlt man sich plötzlich sehr klein. Schade leider, dass man nur erahnen kann, wie mächtig dieses Tier wohl in voller Lebensgröße aus Fleisch und Blut gewesen war. Im Übrigen ist es sehr schön, dass der Saurier in einer korrekten Haltung dargestellt ist. Das hat sich das Museum vor einigen Monaten etwas kosten lassen, denn seit 2007 wurde das Sekelett neu aufgebaut. Das kann man auch zum Rest der Sammlung sagen. Das Museum hat sich große Mühe gegeben, auf dem neuesten Stand zu sein – soweit ich das beurteilen kann.
Neben dem Brachiosaurus sind auch zwei weitere Sauropoden ausgestellt, die zwar kleiner aber nicht weniger imposant sind. Bei den beiden “kleinen” Sauropoden (Dicraeosaurus, Diplodocus) sind die nadelförmigen Zähne gut zu erkennen, die wohl zum Abstreifen von Nadeln der damaligen Nadelbäume gedient haben. Fazinierend auch der kleine Kentrosaurus, ein niedlicher Vertreter der Stegosaurier.
Eine kleine Sensation ist natürlich immer wieder der Archaeopterix, dessen originaler Abdruck in Berlin ausgestellt ist. Das Fossil ist so detailliert, dass man sogar als Leihe viele Details erkennen kann. Der kleien Vogel oder Dinosaurier – wie man es nimmt – erschlägt den Betrachter förmlich mit den transitionalen Merkmalen. Vielleicht wird der arme Racker deshalb immer wieder von Kreatonisten als eine “eigene” Vogelart beschrieben. Doch wenn man selbst einmal die 50/50-Aufteilung der Dinosaurier-Merkmale und der Volgel-Merkmale gesehen hat, sollte man schon ins Zweifeln kommen.
Der nächste Raum des Museums richtet den Fokus auf die klimatischen und tektonischen Bedinungen, die auf die Natur im Laufe der Geschichte gewirkt haben. Gleich nebenan findet sich eine große Sammlung an Fossilien, die sich nach den Taxa richten. Leider waren hier einige Exponate verliehen bzw. für wissenschaftliche Zwecke entnommen. Schade! Ganz begeistert war ich dagegen über die doch detaillierte Aufbereitung der Paläobotanik. Das hat direkt mein Interesse für das Grünzeug von damals geweckt.
Der letzte Raum, den Tobias und ich besuchten, war “Evolution in Aktion”. Die Selektion als natürlicher Mechanismus wurde hier schön dargestellt. Eine Sektion widmet sich unserem Erbgut und es gibt tolle Realaufnahmen einer Zellmitose und ein kleines Gläschen mit “reiner” DNS. Dann war der Kopf aber schon voll mit allerlei beeindruckenden Impressionen. Schön, dass ich endlich dort war!

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