Für die Silvesterparty nimmt man sich immer das Beste vor. Man verspricht sich nicht zuviel zu trinken, ausreichend fettige Speisen zu essen, bei Flirten zumindest ein gewissen Mindestniveau zu halten – in der Auswahl des Gegenübers und bei den Sprüchen – oder den festen Eindruck zu vermitteln, glücklich in einer festen Beziehung zu leben. Aber all diese Tipps sind für Anfänger! Hier nun Tipps, die wirklich etwas bringen:
Zuerst einmal die Trink-Ordnung: Auch wenn es teuer ist, sollte man unbedingt auf Gin-Tonic zurückgreifen und dabei bleiben. Nicht nur, dass es gerade chic und teuer ist, was wiederum den Eindruck vermittelt, man hätte Stil, sondern es hat die Kopfschmerztabletten schon integriert. Andere Getränke sind mit Vorsicht zu genießen: Wein bedeut, man hält sich für elitär, bei Bier ist man ein Trinker und Cocktails? Geht gar nicht – außer die Party ist eine Themen-Party mit Schwerpunkt ‘Schwül heiße Karibik-Nacht’, denn da ist jeder Absturz zu entschuldigen. Was ist mit Fruit-Tinis? Jeder denkt, man wäre einer von diesen Promiskuitiven, die keine Rücksicht auf Geschlecht und Alter nehmen. Scotch oder Wiskey auch nicht? Nein! Man raucht ja auch keine Camels …
Nach gelungenem Warmtrinken ist dann früher oder später das Tanzen dran. Auch hier gibt es einige Tipps, die man beachten kann. Bitte nur auf die Tanzfläche gehen, nicht tanzen. Außer man hätte gerne den Titel „Einmal-im-Jahr-losgelassener-Streber-Spacko“ für die nächsten ein bis zwei Monate. Immer in der Mitte der Tanzfläche starten und amüsiert dabei aussehen. Man sollte niemals in der Nähe oder sogar vor dem DJ tanzen. Das ermuntert im angetrunkenen Zustand nur dazu, bei Lieder von Justin Timberlake oder Nelly ein beherztes „Juhuuuu!“ zu schreien. Der DJ wird so auf dich aufmerksam und widmet unserem „Freund“ hier vorne – also dir – das nächste Lied. Möglicherweise dann ein Lied, das unheimlich peinlich ist, wie „YMCA“ oder ähnlich. Wenn wir gerade beim Thema sind: solche alten Disco-Hauer am besten sofort aus dem persönlichen Liedgut streichen.
Beim Tanzen an sich gibt es nur eine einzig wahre Regel: keine Tanzschritte von Usher, Beyoncé oder sogar Missy Elliot in der Öffentlichkeit tanzen. Das endet nur in einer Katastrophe. Erstens können wir Weißen so nicht tanzen. Und außerdem gibt es die netten Kamera-Handies und schon Neujahr – spätestens am Nachmittag – sind die Bilder oder Viedeos bei Youtube!, Flickr oder im StudiVZ zu sehen.
Was also tun? Sich schön zurücklehenen und bei den anderen beobachten, wie sie alle Regeln brechen. Und nicht vergessen: das Kamera-Handy immer griffbereit halten. Guten Rutsch!
(ach übrigens, ich bin zweifellos kreativ, den Stoff für diesen Blog habe ich aber aus dem ‘Boston Globe‘)
Ich sitze gerade zufällig im ICE und musste über eine Sache nachdenken, die mich Jungspunt beschäftigt hatte. Sicherlich habt ihr schon mal die seit kurzem herumturnenden Freunde der Bahnwacht, 