Hylonomus lyelli wurde ertappt – und zwar ein bis drei Millionen Jahre bevor die Lyell’s „Waldmaus“ eigentlich existieren darf. Hylonomus lyelli ist das erste bekannte Reptil. Seine Entdeckung geht auf Sir William Dawson zurück, dessen Lehrer Charles Lyell Namenspate für das nette kleine Wesen wurde. Das alles geschah in den 1800er Jahren – ist also schon eine Weile her.
Am 17. Oktober 2007 konnte man aber auf BBC folgende Meldung lesen:
The earliest evidence for the existence of reptiles has been found in Canada.
The 315 million-year-old fossilised tracks give an insight into a key milestone in the history of life, when animals left water to live on dry land.
The footprints suggest reptiles evolved between one and three million years earlier than previously thought.
— BBC NEWS Online, 17-Oct-2007, „Acient reptile tracks unearthened„
Dr. Howard Falcon-Lang ist der glückliche Finder der Fußspuren. Er selbst sagt, dass es purer Zufall war. Warum kann er aber mit Sicherheit sagen, dass die fossilen Fußespuren so viel älter sind, als die dazu passenden Skelette, zumal der Fund in der gleichen Gegend, in Joggins, gefunden wurde? Die Fußspuren wuren fast einen Kilometer tiefer gefunden, wie die Fossilien von Sir Dawson. Um die Fußspuren nun eindeutig zuzuweisen, muss man sich einfach überlegen, wer in dieser Epoche in Frage kommen kann. Es überrascht nicht, dass die Zahl der Täter ein kleiner Kreis ist, den wir suchen die damals spährlich gesäten Landwirbeltiere, und sie dürfen nicht mehr als fünf Finger haben.
Landwirbeltiere gab es damals in „zwei Versionen“: Reptilien und Amphibien – eigentlich dachte man bis dato, dass es nur Amphibien gab. Da Amphibien aber zur damaligen Zeit bis zu acht Finger hatten, fallen die schon fast durch das Raster. Auf Wissenschaft-Online heißt es:
Erwähnenswertes Merkmal dieser frühesten Amphibien ist die mit sechs bis acht ungewöhnlich hohe Finger- und Zehenzahl. [Abbildung]
— Wissenschaft-Online, Lexikon der Geowissenschaften, Amphibien [1]
Warum hatten Amphibien damals noch acht und nicht die üblichen fünf Finger. Wenn man die nahen Verwandten der frühen Amphibien betrachtet, die Fleischflosser, dann ist unschwer zu erkennen, dass acht Finger vorhanden sind. Unter Wasser macht es auch Sinn, denn mehr Finger erlauben ein flinkeres Schwimmen. An Land mag das aber rein kinetisch von Nachteil sein. Deshalb – so vermutet man - hat sich die Fingerzahl auf die bis heute üblichen fünf verringert.
Aber unsere Waldmaus hat noch eine weitere entscheidende Spur hinterlassen, die sie eindeutig identifiziert. Alle Fußspuren lassen erkennen, dass der kleien Jäger Schuppen hatte. Schuppen sind wieder ein Indiz für ein Reptil.
