Archiv für Oktober 2007

21
Okt
07

Das Wagnis, die Wahrheit auszusprechen

Buch 'God Delusion'Das Buch der ‚God Delusion’ oder zu Deutsch ‚Der Gotteswahn’ ist in Deutschland ein wenig unbeachtet geblieben. Wahrscheinlich, weil das Thema Atheismus in Deutschland weit weniger kontrovers diskutiert wird, wie in den Vereinigten Staaten. Das bedeutet aber nicht, das dieses Buch für die Menschen hierzulande nicht auch wichtig wäre.

Es ist selbst in unserer sogenannten aufgeklärten westlichen Welt immer noch noch nicht einfach für einen Atheisten. Und so verteilt Richard Dawkins in seinem Buch einen Rundumschlag mit der Kraft der Vernunft an alle, die sich auf lang dagewesen Autoritäten als Begründung ihrer Ansichten berufen. Bei genauerem Hinsehen wackelt dieses althergebrachte Weltbild aber Stück für Stück. Dawkins ist in seiner Argumentation durchweg stichhaltig (bis auf eine Stelle, auf die ich faiererweise später Bezug nehmen muss), und man kann schon von einer Portion Mut sprechen, die ein Gläubiger aufbringen muss, um dieses Buch zu lesen.

Alte Argumente von Theologen und Kreatonisten werden ausgehebelt und Antworten auf Fragen wie die Herkunft von Moral und Altruismus beantwortet. Natürlich ist der Ton von Richard Dawkins recht offen und hart, aber warum auch nicht.

An einem Punkt schießt unser britischer Professor aber über das Ziel hinaus. Und zwar hängt sich der Autor an dem Bibelbericht über Jephthas Tochter auf. Für alle, die es noch nicht kennen: Jephtha versprach bei einem Sieg über die Ammoniter, das erste zu opfern, was er zu Hause erblicken würde. Zu seinem Übel siegte er und sah zu Hause al erstes seine Tochter aus dem Hause kommen. Richard Dawkins meinte, er hätte seine Tochter als Menschenopfer dargebracht. Das ist aber nicht unbedingt schlüssig, denn es war für die Juden damals etwas ekelhaftes, Menschen zu opfern. Beim genauen Hinsehen im Urtext steht an der entscheidenden Stelle einfach nur, das Jephthas Tochter Gottes wurde - also alles im Genitiv. Man muss ja nicht alles verteufeln …

Trotzdem, wer sich traut, unbedingt lesen!

21
Okt
07

Schee, Schnee!

Snowflake - Quelle:f WpclipartHeute ist der erste Tag beim hier zu Hause an dem es schneit und der Schnee und liegen bleibt. Das muss festgehalten werden, zumal der Oktober noch nicht zu Ende ist und ich auch nur auf ca. 600 m ü. NN wohne. Nicht schön – aber dafür mach ich mir einen gemütlichen Tag.

20
Okt
07

Fußspuren einer Waldmaus

Hylonomus lyelli wurde ertappt – und zwar ein bis drei Millionen Jahre bevor die Lyell’s „Waldmaus“ eigentlich existieren darf. Hylonomus lyelli ist das erste bekannte Reptil. Seine Entdeckung geht auf Sir William Dawson zurück, dessen Lehrer Charles Lyell Namenspate für das nette kleine Wesen wurde. Das alles geschah in den 1800er Jahren – ist also schon eine Weile her.

Am 17. Oktober 2007 konnte man aber auf BBC folgende Meldung lesen:

The earliest evidence for the existence of reptiles has been found in Canada.
The 315 million-year-old fossilised tracks give an insight into a key milestone in the history of life, when animals left water to live on dry land.
The footprints suggest reptiles evolved between one and three million years earlier than previously thought.
— BBC NEWS Online, 17-Oct-2007, „Acient reptile tracks unearthened

Fossilfund mit Fußspuren - Quelle: BBC ONLINEDr. Howard Falcon-Lang ist der glückliche Finder der Fußspuren. Er selbst sagt, dass es purer Zufall war. Warum kann er aber mit Sicherheit sagen, dass die fossilen Fußespuren so viel älter sind, als die dazu passenden Skelette, zumal der Fund in der gleichen Gegend, in Joggins, gefunden wurde? Die Fußspuren wuren fast einen Kilometer tiefer gefunden, wie die Fossilien von Sir Dawson. Um die Fußspuren nun eindeutig zuzuweisen, muss man sich einfach überlegen, wer in dieser Epoche in Frage kommen kann. Es überrascht nicht, dass die Zahl der Täter ein kleiner Kreis ist, den wir suchen die damals spährlich gesäten Landwirbeltiere, und sie dürfen nicht mehr als fünf Finger haben.

Landwirbeltiere gab es damals in „zwei Versionen“: Reptilien und Amphibien – eigentlich dachte man bis dato, dass es nur Amphibien gab. Da Amphibien aber zur damaligen Zeit bis zu acht Finger hatten, fallen die schon fast durch das Raster. Auf Wissenschaft-Online heißt es:

Erwähnenswertes Merkmal dieser frühesten Amphibien ist die mit sechs bis acht ungewöhnlich hohe Finger- und Zehenzahl. [Abbildung]
— Wissenschaft-Online, Lexikon der Geowissenschaften, Amphibien [1]

Waldmaus - Quelle: www.palaeos.comWarum hatten Amphibien damals noch acht und nicht die üblichen fünf Finger. Wenn man die nahen Verwandten der frühen Amphibien betrachtet, die Fleischflosser, dann ist unschwer zu erkennen, dass acht Finger vorhanden sind. Unter Wasser macht es auch Sinn, denn mehr Finger erlauben ein flinkeres Schwimmen. An Land mag das aber rein kinetisch von Nachteil sein. Deshalb – so vermutet man - hat sich die Fingerzahl auf die bis heute üblichen fünf verringert. 

Aber unsere Waldmaus hat noch eine weitere entscheidende Spur hinterlassen, die sie eindeutig identifiziert. Alle Fußspuren lassen erkennen, dass der kleien Jäger Schuppen hatte. Schuppen sind wieder ein Indiz für ein Reptil.

16
Okt
07

Whale watschling

Buckelwale - Quelle: wikiGanz vage kann ich mich noch an meinen Schwimmkurs erinnern. Das waren noch tolle Zeiten! Und auch der Startschuss zu den all-freitaglichen Besuchen im Hallenbad – mein Bruder und ich. Vielleicht gerade deshalb oder zufällig hatte ich damals meine „Lieblingstiere“ entdeckt: die Wale.

Es ist hinlänglich bekannt, dass Wale Säugetiere sind, auch wenn ich schon in der ersten Klasse meiner Grundschullehrerin vehement erklären musste, dass Wale keine Fische sind. Resultat meiner Korrektur im Unterricht war ein Besuch meiner Mutter bei dieser Lehrerin. Warum ist es etwas außergewöhnliches, dass Wale Säugetiere sind? Säugetiere waren laut Fossilbericht zuerst ausschließlich Landlebewesen. Wie haben die Wale also den Sprung ins Wasser geschafft?

Ambolucetas natans - Quelle: Wiki

Die Gesichte beginnt im unteren Eozän, also so vor 53 Mio. Jahren -ca. 10 Mio. Jahre nach dem großen Knall in Yukatan. Und damals waren Wale noch Landbewohner. Im Laufe der letzten Jahrzehnte (von 1970 an) wurden in Pakistan und Ägypten viele Zwischenstufen von quasi amphibischen Räubern gefunden, die halb Wal und noch halb Landräuber waren. Ein sehr bekannter Vertreter dieser ‘Missing Links’ ist der Ambolucetus natans, der laufende Wal. In der folgenden Grafik sind die einzelnen Zwischenstufen gut dargestellt:

http://hometown.aol.com/darwinpage/whale1.gif

Gibt es heute noch Anhaltspunkte für diese Behauptung? Dei meisten Wale haben z. B. immer noch kleine (nutzlose) Knochenstummel (Rudimentäre), wo einst die Hinterbeine waren. Außerdem bewegen sich Wale zum Schimmen auf und ab, wie das alle Säugetiere machen. Selbst beim Nervensystem sind Verwandschaften zu erkennen.

Eine detaillierte Geschichte findet ihr hier:

http://www.cetacea.de/palaeocetologie/indopak_01.htm

http://en.wikipedia.org/wiki/Evolution_of_cetaceans

Und alle Lesemüden können sich diese Dokumentation reinziehen:

http://www.pbs.org/wgbh/evolution/library/03/4/quicktime/l_034_05.html

16
Okt
07

Hey Sicko!

Michael Moore's Sicko - Filmplakat / Quelle: www.firstshowing.netMichael Moore’s neue Dokumentation ist in den deutschen Kinos zu sehen. Grund genug, sich zwei Kinokarten zu besorgen um seine neuesten Enthüllungen zu sehen. Gleich von Beginn an fällt dem geübten Moore-Zuseher und Leser auf, dass Michael Moore nicht mehr so aggressiv ist. Das mag entweder am Alter, sprich seiner Reife – die man übrigens auch seinem Gesicht anmerkt – oder auch am Thema gelegen haben.

Es ist auf jeden Fall sehr interessant und zugleich erschreckend, welche Zustände im Gesundheitsystem der Vereinigten Staaten herrschen. Auch wenn ich mich jedes Mal ärgere, wieviel Prozent meines Bruttolohns an die hiesige Krankenkasse fließt, beruhigt es doch andererseit, nicht die Probleme der Amerikaner zu haben. Lustig ist das leider nicht, denn im Film werden einige Fälle gezeigt, wo die Krankenkassen Behandlungen verneinten, die das Leben der Patienten gerettet hätten.

Trotzdem bleibt nach dem Film wenig Brauchbares für uns hier übrig, außer das Gefühl, dass es uns hier zum Glück besser geht – natürlich auch das Mitgefühl für Unterpriviligerte in den USA.

15
Okt
07

Kambrische Explosion – äääh – Radiation

Hallucigenia - Quelle: WikiEs gibt einen Mythos – ein Mythos, dass die Paläontologen bis heute keine der sogenannten Missing Links gefunden hätten. Es herrscht in der breiten Öffentlichkeit immer noch die Meinung, dass Lebensformen in der Vergangenheit sprunghaft aufgetreten sind und es keine „Zwischenstufen“ gäbe, die eine stetige Entwicklung von Lebewesen dokumentieren würde. Als Stein des Anstoßes wird immer wieder die „kambrische Explosion“ bemüht. So hieß es z. B. in der ‘Natural History’ vom Oktober 1959, Nr. 8, Seite 467:

„Darunter [unter dem Kambrium] liegen dicke Sedimentablagerungen, und es wäre zu erwarten, dass man darin die Vorstufen der kambrischen Formen finden würde; aber wir finden sie nicht: [...] man könnte vernünftigerweise sagen, das allgemeine Bild sein in Übereinstimmung mit der Anschauung, dass die Lebensformen zu Beginn des kambrischen Erdzeitalters separat erschaffen wroden seien.“

Dieser Artikel ist jetzt aber schon ein Weilchen her. Ist denn diese Ansicht noch tragbar? Gab es vor dem Kambrium also wirklich kein Leben auf der Erde?

Tatsächlich gibt es eine äußerst plausible Erklärung. Wikipedia formuliert es äußerst stichhaltig:

Im Lichte dieser Funde relativiert sich die so genannte Kambrische Explosion. Ein der Evolutionstheorie widersprechendes rätselhaftes plötzliches Auftreten von Bauplänen aus dem Nichts ist nur scheinbar. Deshalb wird die Kambrische Explosion heute meist auch Kambrische Radiation genannt. Die äußerst mangelhafte Überlieferung von Tieren ohne Skelett (oder nur mit einem Hydroskelett) macht das Auftauchen von hartteiltragenden Tieren umso auffälliger, weil diese sich im Gegensatz zu ihren Vorläufern ganz wesentlich besser erhalten haben.
— Wikipedia, the free encyclopedia, Kambrische Explosion

Wem das allein nicht ausreicht, der kann sich mit dem Artikel ‘The Precambrian to Cambrian Fossil Record and Transitional Forms‘ von Keith B. Miller schlauer machen (obwohl Mr. Miller ein Theist ist).

Was kann man aber über die Zeiten dannach sagen? Sind die Fossilbefunde für eine stetige Transformation stichhaltig? Folgendes wurde 1999 von der National Academy of Science veröffentlicht:

„So many intermediate forms have been discovered between fish and amphibians, between amphibians and reptiles, between reptiles and mammals, and along the primate lines of descent that it often is difficult to identify categorically when the transition occours from one to another particular species.“
— National Academy of Science, 1999

Das alles sollte natürlich mit einem Beispiel erläutert werden. Dafür werde ich meine Lieblingstiere bemühen – die Wale. Damit der Post aber nicht zu lange wird, mach ich das später.

14
Okt
07

Freezing Cold

WinterlandschaftDer Winter dieses Jahr soll wohl ziemlich kalt werden. In der Winterprogronose auf dem Blog von Frank Wettert wird deutlich, warum:

Herr Röder geht also von einem knackekalten Winter aus. 2,3°C Abweichung nach unten, das ist schon eine ordentlich kalte Nummer. Den Grund dafür sieht man auf seinen Seiten: kräftiger Hochdruckeinfluss, also: trocken-kalt.

Mmmh, dann also schon mal warm anziehen. Leider wird es anscheinend auch trocken. Das ist gar nicht so schön, weil dann schneit es nicht :-(

04
Okt
07

Diese Äpfel komm’ ausm Pott

Äpfel und Birnen - Quelle: Schmuecker HofMmmh, lecker! Heute hab’ ich zum ersten Mal die leckeren Äpfel vom ’sensationellen’ Schmückerhof gegessen – und zwar als ich auf dem Stau war zwischen Pforzheim und Heimsheim. Da fällt mir ein: ich muss einen Post mal der katastrophalen Situation auf der A8 widmen. Zurück zum Thema: Äpfel aus traditionellem Hause schmecken doch am besten – oder ist es das romantische Gefühl der Tradition?

Passend zum Thema „Äpfel ausm Pott“ ein Rezept für „Apfelkompott“ direkt vom Schmücker Hof:

http://www.schmuecker-hof.de/rezept_01.html




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Die Simpsons und die Philosophie - Hrsg. Erwin, Conrad, Skoble


 

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